Nina Temanns Gedichte eröffnen einen Wahrnehmungsraum, in dem die Natur ihre eigene Dynamik entfaltet. Sie verstehen sich als poetische Prozesse, in denen die Position der Betrachterin zugunsten eines sprachlichen Tastens und behutsamen Sich-Annäherns aufgehoben ist. Ihre Texte sind Teil der Welt, verwandeln sich ihr an und ziehen Leserin und Leser ins Innerste dessen, was Poesie ausmachen kann.
"Nina Temann vermerkt in ihren Gedichten ein zentrales Problem, seit dem der Mensch sein Denken zum Gegenstand der Betrachtung machte. Nämlich dass Gedanken nicht sichtbar sind. Nur wenn sie sich in Sprache verwandeln, werden sie hörbar oder geraten in unser Sichtfeld." Jan Kuhlbrodt
"im leeren schneckenhaus ist es still. /
ich bin ausgezogen. /
was nahe liegt ist mir fremd. /
ein kind ruft als sei es ein kuckuck /
dabei ist es ein kind."
Nina Temanns Gedichte eröffnen einen Wahrnehmungsraum, in dem die Natur ihre eigene Dynamik entfaltet. Sie verstehen sich als poetische Prozesse, in denen die Position der Betrachterin zugunsten eines sprachlichen Tastens und behutsamen Sich-Annäherns aufgehoben ist. Ihre Texte sind Teil der Welt, verwandeln sich ihr an und ziehen Leserin und Leser ins Innerste dessen, was Poesie ausmachen kann.
Die Themen sind existenziell wie im Zyklus "sagen lassen", wo das lyrische Ich nach den Grundbedingungen des Daseins fragt und eine zweite Seite des Selbst entwirft – das Spiegelgewicht: "ich kannte mein Spiegelgewicht als liebe Gefährtin, als Füchsin, die neben mir schlich ..." So faszinierend wie beunruhigend kann der poetische Schwebezustand in diesen Versen sein, in denen es keine fertige Weltbedeutung und keine zu deutenden oder kommentierenden Gewissheiten gibt. Im besten Sinne wohnt diesen Gedichten ein Fragen und Hinterfragen inne, als ständen wir mit der Dichterin erst am Anfang des Natur - und Welterlebens.
Nina Temann
Nina Temann wurde 1995 in Leipzig geboren. Der Band "oh augen, eigene oper" ist ihr Lyrik-Debüt.
Kulturstiftung Poetenladen Andreas Heidtmann Sachsen Leipzig Dichtung
"Nina Temann vermerkt in ihren Gedichten ein zentrales Problem, seit dem der Mensch sein Denken zum Gegenstand der Betrachtung machte. Nämlich dass Gedanken nicht sichtbar sind. Nur wenn sie sich in Sprache verwandeln, werden sie hörbar oder geraten in unser Sichtfeld." Jan Kuhlbrodt
()