»Einer will aufstehen und was sagen. Doch es gibt in solchen Situationen nichts zu reden. Ich nehme den Stuhl neben mir und schleudere ihn in seine Richtung.«
Ja, diesen Autor – bekannt aus Artikeln und Kommentarspalten unseres Milieus – gibt es wirklich. Und ja, dies ist die wahre Geschichte seines Schlachtenbummels aus dem wilden Görlitz der Nachwendezeit in die Untergrundkneipen, Hinterhofkonzerte und Dritten Halbzeiten erlebnisorientierter Fußballbegeisterter aus und in ganz Europa.
Doch man sollte sich von all der stolz zur Schau gestellten Kraft nicht stören lassen: Unter meinem Kittel trag ich Hosenträger ist genauso sehr das verblüffend feinfühlige Porträt einer entwurzelten Generation in einem betrogenen Land, die sich umso trotziger zu Volk, Nation und Geschichte bekennt. Und es ist die Geschichte einer Familie, die im Gleichklang mit den Gezeiten Deutschlands auseinander- und wieder zusammenrückt. Dazu braucht es kein falsches Pathos und keine Fantastereien: In diesem Buch steckt ein ganzes Leben. F. Helbig – einer von vielen.
F. Helbig
Helbig war Jung- und Thälmannpionier und belegte bei der Bezirksmeisterschaft im Athletischen Mehrkampf den vierten Platz. Daneben wurde er früh mit dem Virus infiziert, mit Leib und Seele Anhänger eines Fußballvereines zu sein. Infolgedessen kam es auch inner- wie außerhalb der Stadien immer wieder zum Athletischen Mehrkampf.
Die Bundeswehr wollte ihn nicht als Offizier und machte so einen Traum zunichte. Er aber beschloss, Krankenpfleger zu werden. In der Abiturzeitung stand über ihn: »Wer sucht Komiker mit verstecktem Hang zur Melancholie?« Heute trifft auf ihn zu: »Schlägt der Sack auch Falten, wir bleiben doch die Alten!«
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