"zwischen körpern" war zunächst als Gruppenausstellung der Kleinen Humboldt Galerie im Gerlachbau des Tieranatomischen Theater, dem Sitz des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik in der ehemaligen Tierarzneischule der Humboldt-Universität zu Berlin geplant. Ironischerweise musste das Projekt wenige Monate vor Eröffnung in Reaktion auf die öffentlichen Schutzmaßnahmen gegen die SARS-CoV-2-Pandemie kurzfristig umgedacht werden. Anstatt in der ehemaligen Schlachthalle der historischen Tierarzneischule—einem wichtigen Ort der frühen Zoonose-Erforschung—findet "zwischen körpern" nun in einer außerplanmäßigen Kooperation mit dem K. Verlag im Printformat statt. Das Buch-als-Ausstellung präsentiert zehn Positionen zeitgenössischer Kunst, die die komplexen und intimen Dynamiken, die unsere Körper mit neuen Technologien, sozialen Zwängen, aber auch dem Drang zur Befreiung in Berührung bringen, untersuchen. Als kuratorisches Experiment mit der Mikroarchitektur des Buches, initiiert das Projekt spannende Relays von Skulpturen, Rauminstallationen, Arbeiten in Video, Fotografie und Performance auf Papier und eröffnet Reflexionen aus dekolonialer und intersektional-feministischer Perspektive.
Kleine Humboldt Galerie
Die Kleine Humboldt Galerie (KHG) ist eine studentische Initiative zur Konzeption und Realisierung von Ausstellungen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seitdem sich das studentische Kurator*innenkollektiv im Jahr 2009 neu aufgestellt hat, organisiert es jährlich bis zu zwei Ausstellungsprojekte, die sich der zeitgenössischen Kunst widmen. Hierbei nutzt die KHG das räumliche Potenzial der Humboldt-Universität zu Berlin und realisiert ihre Projekte immer wieder Projekte an historischen und der Öffentlichkeit normalerweise nicht leicht zugänglichen Orten. Die KHG kooperiert außerdem mit Berliner Kunst- und Kulturinitiativen oder entwickelt digitale Formate mit dem Ziel die kulturelle Bedeutung von Kunstwerken zu vertiefen und sie befreifbarer und verständlicher zu machen.
Als Projektraums möchte die KHG Studierende unterschiedlicher Disziplinen und Berliner Hochschulen zusammenzubringen, um einen gemeinsamen und experimentellen Umgang mit Ausstellungsformaten zu finden – abseits von Verkaufszahlen und Quotendruck. Dabei gilt es die tradierte und klassische kuratorische Arbeit mittels ungewöhnlicher Ausstellungs- und Vermittlungspraktiken zu überwinden und erweitern. Indem zeitgenössische Kunst als Forschungs- und Bildungsmedium mit Objekten und Prozessen der visuellen Kultur (darunter Massenmedien, wissenschaftliche Präparate und Alltagsgegenstände) präsentiert wird und mit einem vielseitigen Rahmenprogramm verbindet, baut die KHG Brücken zwischen künstlerischer Praxis und gesellschaftlich wie politisch relevanten Themen.
Ein kostenfreier und niedrigschwelliger Zugang zum Programm der KHG steht immer an vorderster Stelle, um für alle Berliner*innen einen offenen und alternativen Raum des Austauschens und Genießens zu ermöglichen.
Ausstellung Bildende Kunst Feminismus Genderstudies Kapitalismus Katalog Kritische Theorie Körper Sexualität