Und er überlegte hin und her, wie das bei den Menschen wäre, wenn sie, verlassen oder verstoßen, sich einfach zur Wand drehten und stürben.
Untröstlichkeit.
Im Ernst, dachte der Junge, wenn wir wüssten, wir können uns das antun, gegenseitig, aber dann endet es tödlich, würden wir uns endlich bedenken? würden wir das lassen, dem anderen in's Gesicht zu treten und zu gehen, mit dem Gedanken, endlich frei, frische Luft voraus, endlich befreit, endlich diese Last vom Bein? würden wir uns das zehnmal überlegen, eine Beziehung anzufangen, wenn wir wüssten, wir können sie nur um den letzten Preis wieder beenden? würden wir nachdenken, vorher? und vor allem, wenn wir dann doch uns eingelassen hätten aufeinander, würden wir dann beieinander bleiben in dem festem Entschluss, aus jedem Tag, aus jedem einzelnen Tag das Beste zu machen, da wir ja doch nicht sagen können, wenn es nicht klappt mit uns, können wir uns ja wieder trennen?
Die Pornoprinzessin hatte ihn terrorisiert mit diesem Satz jeden Tag, wenn es nicht klappt mit uns, können wir uns ja wieder trennen, und er hatte die Botschaft nicht verstanden, er hatte nur gedacht, aber ich will mich doch gar nicht von dir trennen, und was soll das heißen, wenn „es“ nicht klappt, es gibt hier kein „es“, sondern nur uns beide, und unseren Willen, etwas „daraus“ zu machen, also was soll das heißen, wenn „es“ nicht klappt mit uns, das liegt doch in unserer Hand, wovon redest du eigentlich?
Peter Mundenheim
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