Die Zeit der Elitären von Gestern oder Vorvorgestern war die letzte Epoche gewesen, da die Kultur des Kahlen Landes und die Kultur des Kontinents noch auf Augenhöhe hatten Umgang gepflogen, miteinander. Die Elitären aller Länder waren ein Stück des Weges gemeinsam gegangen, man hatte sich untergehakt, behaglich schlendernd, in nimmermüdem Gespräch. Gern auch hatte man sich gestritten, ungefähr wie sich die Spatzen zanken im Schwarm, und aller Streit war wundersam entzückend gewesen, und niemals Ernst. Niemals wirklicher Ernst, niemals tödlicher Ernst.
Wer es sich hatte leisten können von den Elitären, und viele von ihnen hatten gehabt die Mittel, immerfort edel jammernd, versteht sich, der war unterwegs gewesen mit Fleiß in allen Ländern des Kontinents, allenthalben Gleichgesinnte treffend, mal in dieser Hauptstadt Aufenthalt nehmend, mal in jener Fischerbucht. Die Fjorde des Nordens waren ihnen so selbstverständlich Heimat gewesen wie die blauen Lagunen des Südens, und vor dem zartweißen Marmorgetrümmer großer Vergangenheiten hatten sie sich alle Brüder gefühlt. In den gepflegten Hotelsalons lagen dann überall die gleichen weichen Teppiche, und Wasserspülung im Klosett gehörte längst zum Standard, wie auch die bequemen Aufzüge, das Treppensteigen sparend. Man brauchte seine Kraft für die enormen Gefühle.
Die Kultur des Kahlen Landes hatte damals noch mitmusiziert im Konzert. Mitmusiziert. Später hatte man sich darauf verlegt, kreischend dazwischenzuschreien.
Peter Mundenheim
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