Rüdiger Gollnick Gollnick Fremd im Feindesland - Fremd im Heimatland

Fremd im Feindesland - Fremd im Heimatland

von Rüdiger Gollnick

DP-Lager und Rheinwiesen-Lager Spurensuche 1945 am Niederrhein

EUR 19,80

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Beschreibung

Das Jahr 1945 ist ein schicksalsträchtiges Jahr. Eine militärische, wirtschaftliche und soziale Katastrophe bricht über Deutschland herein. Die von Allliierten massenhaft gefangenen deutschen Soldaten werden auf den Rheinwiesen schutzlos zusammengepfercht, und die plötzlich in die Freiheit gelangten Zwangsarbeiter - die Displaced Persons (DPs) - werden wieder zum Teil in Großlagern zusammengeführt, um Unruhen, Raub, Vergeltung für erlittenes Leid vorzubeugen. Und schließlich erreichen Flüchtlingswellen aus dem Osten und Südosten die alliierten Westzonen. Gerade der untere Niederrhein ist in ganz kurzer Zeitspanne von entwurzelten "Menschenmassen" betroffen, deren Dimension einer riesigen "Völkerwanderung" gleicht. Mit den daraus entstehenden Problemen werden die alliierten Militärs und die deutsche Bevölkerung konfrontiert. Der Autor zeigt diese Dimension menschlichen Elends ausführlich auf, schildert historische Hintergründe und Entwicklungen unter Einbeziehung ausländischer und deutscher Dokumente sowie Interviews mit Zeitzeugen. Zahlreiche Fotos und Zeichnungen veranschaulichen und vertiefen die Darstellung.
Im Frühjahr 1945 konzentrieren sich am unteren Niederrhein Menschenmassen unvorstellbaren Ausmaßes: Linksrheinisch rollen mit den militärischen Operationen nach dem „Sprung über den Rhein“ (23./24. März 1945) die Transporte von hunderttausenden von deutschen Kriegsgefangenen östlich des Rheins in die Lager am linken Niederrhein (z.B. ca. 350.000 Soldaten nach der Kapitulation im sog. Ruhrkessel). Sie werden regelrecht abgeladen auf den Feldern und Wiesen in der Rheinebene bei Büderich, Rheinberg und Wickrathberg (Mönchengladbach), die drei Großlager in NRW. Die Amerikaner errichten zudem am Mittelrhein bei Remagen-Sinzig-Andernach und in siebzehn anderen Orten Lager für die Gefangenen, die unter erbärmlichsten Verhältnissen für Wochen oder Monate dahinvegetieren müssen. Die Massen von deutschen Soldaten sollen streng isoliert werden, damit kein Widerstand oder Partisanenkampf aufkeimen kann. In Erlebnisschilderungen und Berichten von ehemaligen Kriegsgefangenen und in vielen Abbildungen werden die Zustände und Probleme fassbar gemacht. Darüber hinaus geben ausführliche Stellungnahmen von alliierten Kommandeuren zu den Lagerbedingungen die Situation einprägsam wieder. Zu diesen Menschenmassen auf den „Rhine Meadow Camps“ kommen die zigtausenden Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, die sich ihrer Gefangenschaft nach der alliierten Eroberung der links- und rechtsrheinischen Gebiete entledigen und sich in Richtung Heimat oder marodierend in der Region auf der Suche nach Nahrung bewegen, wobei es auch zu Überfällen, Raub und Mord kommt. Im Buch sind ausführlich die Lager oder auch Betriebe jeweils nach den Dörfern und Städten aufgeführt, die „Fremdarbeiter“, wie sie in der NS-Zeit bezeichnet wurden, beschäftigten. Und diese Zahlen sind letztlich nicht vollständig, da es z.B. auch in größeren Familien und Kleinbetrieben Anforderungen und Zuweisungen von Zwangsarbeitern gegeben hat. Das ganze Ausmaß an zwangsdeportierten Menschen am unteren Niederrhein (Kreise Kleve, Wesel) wird über die Zahlen und Nationalitätenangaben deutlich. Und diese Displaced Persons versuchen die Briten in ihrem Besatzungsgebiet zu sammeln. Eine Strategie ist die Errichtung von Sperrkorridoren längs der Flüsse Rhein, Ems, Weser und Elbe. Ein großes Sammellager befindet sich in Kevelaer, das als Durchgangslager konzipiert ist. Ein weiteres riesiges DP-Lager ist von den Briten in Haldern (heute Ortsteil von Rees) aufgebaut worden: mit einer Belegungsquote von 12-15.000 DPs. Und wie das Leben im Lager und außerhalb des Lagers vor sich geht, wird durch Zeitzeugenberichte verdeutlicht. Ebenfalls werden die problematischen Verhältnisse in den Polenlagern Dornick, Praest und Vrasselt skizziert. Das Zwangsarbeiterlager in Rees (Groin) sowie die Grenzregion des Achterhoek werden im Buch berücksichtigt, wobei auch Aspekte des niederländischen Widerstandes und die „Onderduiker“ in Aalten und Umgebung thematisiert werden.

Autor*in

Rüdiger Gollnick
Dr. Rüdiger Gollnick hat zahlreiche Buch- und Zeitschriften-Publikationen über den Niederrhein verfasst, wobei er oftmals den engen lokalen Bezugsrahmen überschritt und Ereignisse bzw. Personen des Niederrheins in historische Zusammenhänge stellte. Das Themenspektrum geht von der NS-Geschichte am Niederrhein über Kirchengeschichtliches bis hin zu Städtemonografien. Monika Gollnick unterstützt wesentlich die Arbeit ihres Mannes, vor allem bei der fremdsprachlichen Recherche und Korrespondenz. Weitere Informationen: www.dr-gollnick.de

Themen in »Fremd im Feindesland - Fremd im Heimatland«

1945 Arbeitslager DP-Lager Dinslaken DP-Lager Haldern DP-Lager Kevelaer Displaced Persons Kriegsgefangenenlager Kriegsgefangenschaft Lager Büderich Niederrhein Onderduikers Polnische Panzerdivision Polnische Streitkräfte Rees Rheinberg

Stimmen zu »Fremd im Feindesland - Fremd im Heimatland«

Details

ISBN: 9783946509110
Verlag: Pagina Verlag
Erscheinung: 21.03.2017

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