Sprache ist der Grund, den wir vorfinden wie den Boden, auf dem wir stehen. Zuweilen rein, aber oft kontaminiert. Sprache speichert Geschichte. Geschichte lagert sich im Boden ab. Kuhlbrodts Texte stochern im noch lockeren Grund. Sie treffen auch auf verfestigte Schichten im Versuch, Erkenntnis zu gewinnen. Erkenntnis über Historie und damit über sich selbst und das Jetzt. Fremde Worte wehen heran, irritieren das Tradierte, wie Fluglöss oder Saharastaub.
Jan Kuhlbrodt
Jan Kuhlbrodt, geboren 1966, studierte Philosophie in Frankfurt am Main und Literatur am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, lehrte dort auch als Dozent und Gastprofessor. Er lebt als freier Schriftsteller und Herausgeber in Leipzig. Für seinen ebenfalls im Gans Verlag erschienenen Roman »Krüppelpassion« wurde er mit dem Alfred Döblin-Preis ausgezeichnet.
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