Ein fantastisches Stück Literatur - irgendwo zwischen Pumuckl, Pinoccio und dem kleinen Däumling.
Ein Hotel voller Kranker und Gespenster. Eine Kuckucksuhr, in deren Innerem die Zeit aus den Fugen gerät. Ein Beinspeicher, der Reliquienschrein oder Archiv sein könnte. Mittendrin: kleiner mann, eine Figur von eigentümlicher Zartheit, die stolpert, lauscht, scheitert, weitermacht, und im Laufe der Gedichte immer kleiner wird. Mit „kleiner mann triptychon“ schreibt Kappe eine große poetische Erzählung in drei Zyklen – und zugleich eine Schule der Kleinheit. Den Band trägt eine spielerische, fast kindliche Sprache: Einfache Sätze kippen unvermittelt ins Nachdenkliche, Humor öffnet Abgründe, Trost und Verzweiflung stehen unmittelbar nebeneinander. In diesen Gedichten liegt eine Wärme, vielleicht weil sie wissen, dass das Kleine keine Schwäche ist, sondern der kleinste Punkt der Kraft.
Alexander Kappe
Alexander Kappe ist in Berlin geboren und aufgewachsen und als Autor, Übersetzer, Literaturvermittler und Literaturwissenschaftler tätig. Er war zum Open Mike eingeladen und für den Münchner Lyrikpreis nominiert. 2023 erschien sein erster Gedichtband „nachreden auf dunkelengel“ im gutleut verlag. Seine Übersetzung des Gedichtbands „das prinzip der lokalität“ von Keith Waldrop (gutleut 2023) wurde als Lyrikempfehlung des Jahres 2024 ausgezeichnet. Für den Open Mike 2026 ist er in der Vorjury tätig.
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