Detlef Günter Thiel Thiel Hans Staden

Hans Staden

von Detlef Günter Thiel

Seine Seele - Meine Seele ? Von Landsknechten und anderen Abenteurern

EUR 19,99

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Beschreibung

Die vorliegende Erzählung beginnt im Jahr 1556, in der Stadt Wolfhagen, als Hans Staden den letzten Satz in sein Manuskript „Wahrhaftige Historia…“ schreibt. Danach macht er sich auf den Weg nach Marburg, um den Dekan der Universität – den engsten Freund seines Vaters – zu bitten, ihm beim Verfassen des Vorworts zu helfen. Der Dekan Dr. Dryander hatte gute Verbindungen zum hessischen Landesfürsten Landgraf Philipp I., der das Buch im Jahr 1557 zur Veröffentlichung freigab. Es wurde während der Karnevalszeit in Frankfurt auf der Buchmesse vorgestellt. Auf der Reise von Wolfhagen nach Marburg trifft Hans Staden einen altgedienten Kameraden aus dem Schmalkaldischen Unionskrieg gegen Kaiser Karl V. Die Freunde begeben sich auf den gemeinsamen Weg während Hans Staden die Geschichte seiner beiden Reisen nach Brasilien erzählt. Der Leser erhält authentisch - direkt aus dem Mund des Protagonisten - alle Informationen aus erster Hand. Es entwickelt sich ein interessanter Dialog, der den Leser einlädt - gefühlt Seite an Seite mit den beiden Freunden - ein Teil der spannenden Ereignisse zu werden. Auf dem Weg durch die hessische Heimat besuchen die Freunde traditionsreiche Städte mit ihren wichtigen Persönlichkeiten, die zu diesem Zeitpunkt gelebt haben. Gespräche - wie sie im Zeitalter der Renaissance unter den Zeitgenossen üblich waren - regen die Aufmerksamkeit des Lesers an, sich als Komplize zu fühlen und somit ein Teil der Geschichte zu sein. Bis zur Ankunft im Haus des Dekans in Marburg durchlebt der Leser spannende Abenteuer, die den Bezug zur Zeit der Entdecker und Reformer herstellen. Mit Dr. Dryander, einem reifen und erfahrenen Mann, ein Wissenschaftler in Medizin und Astronomie, ein gelehrter und fortschrittlicher Professor seiner Zeit, ein profunder Kenner der Natur und der verschiedenen mystischen Philosophien, führt Hans Staden ein wichtiges Gespräch, das seinen geistigen Horizont für metaphysisches Wissen öffnet, besonders als er erfährt, dass der Jahreskalender sich auf den Tag alle 400 Jahre wiederholt. Während der intensiven Recherchen stellt der Autor erstaunt fest, dass er weltweit auch an den verschiedensten Orten war - die schon von Hans Staden bereist wurden - ohne von seiner Existenz Kenntnis gehabt zu haben. Er untersucht seine gemeinsamen Berührungspunkte mit dem hessischen Abenteurer und erkennt überraschend viele zufällige Übereinstimmungen - Zufälle der besonderen Art?

Autor*in

Detlef Günter Thiel
Am 02.07.1950 in West-Berlin geboren verlebte der Autor dort seine Kindheit, seine Jugendzeit, seine Schulzeit bis zur Berufsausbildung und insgesamt sehr interessante Lebenserfahrungen, die ihn als einen jungen Menschen formten, der die fünfziger, sechziger und die Hälfte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts dort aktiv erlebte hatte. Nach dem Abschluss seines Architektur-Studiums an der Technischen Universität Berlin reiste er am 06.Oktober 1976 zur Berufsausübung nach Brasilien. Dort lernte er, neben der portugiesischen Sprache, auch seine brasilianische Frau kennen, mit der er zwei Söhne hat, die in Brasilien geboren und in Deutschland ihre Ausbildungen gemacht haben. In Brasilien traf er in der Küstenstadt Bertioga auf Hinweise, dass vor mehr als 400 Jahren dort bereits ein Deutscher Landsmann wichtige Geschichte geschrieben hat: der Landsknecht und Büchsenschütze Hans Staden aus Nordhessen, der in seinem Buch in der Marburger Ausgabe von 1557, die „Warhaftige Historia…“, seine Reiseerlebnisse verewigt hat. In der brasilianischen Stadt São Paulo fand der Autor die deutsche Hans-Staden-Buchausgabe aus dem Jahr 1964 von Karl Fouquet (1897-1980), der Leiter des nach Hans Staden benannten Instituts in Brasilien, das auf eine lange, bis 1916 reichende Vorgeschichte, zurückblickt und heute als Martius-Staden-Institut bekannt ist. Der Autor kommt nach seinen umfangreichen Recherchen zu der Erkenntnis, dass Hans Staden in den wichtigsten und somit außerordentlich geschichtsreichsten Orten Brasiliens - nichts mehr und nichts weniger - die Geburtsstunde Null der brasilianischen Nation selbst miterlebt hat!

Themen in »Hans Staden«

Abenteuerer Brasilien Eroberer Nordhessen Südamerika Warhaftigen Historia

Stimmen zu »Hans Staden«

Literaturkritik von João Morgado Detlef Günter Thiel ist entgegen seinem germanischen Profil ein Mann mit bekennenden Leidenschaften. Vielleicht hat ihm die Erfahrung in brasilianischen Regionen eine lateinamerikanische, emotionalere und extrovertiertere Persönlichkeit verliehen. Er spricht mit seinen sehr ausdrucksstarken Lippen und klaren Augen. Er ist ein ausgezeichneter Gesprächspartner und Geschichtenerzähler. Er hat eine reiche Kultur, die ein Gespräch mit ihm immer interessant macht. Der gebürtige Deutsche wohnt in Fürth, ohne seine Liebe zu Brasilien, seinem Volk und zu seiner Kultur zu verbergen, weil er dort viele Jahre gelebt hat. Und er verbirgt auch nicht die Begeisterung, die sich aus der Geschichte ernährt - er befindet sich in der permanenten Erforschung und Offenlegung von Fakten und Persönlichkeiten. Eines Tages fand er eine Verbindung zwischen diesen drei Leidenschaften: Hans Staden. Der deutsche Abenteurer des 16. Jahrhunderts ist eng mit Brasilien verbunden, wo er in den Kapitanaten von Pernambuco und São Vicente an der Seite der Portugiesen als Landsknecht und Büchsenschütze gegen französische Seefahrer und ihre indigenen Verbündeten kämpfte. Er wurde gefangen genommen und blieb neun Monate lang ein Sklave der Tupinambás-Indios. Ein Mann von Welt, Staden, der nach Deutschland zurückkehrt, ein Buch über seine zahlreichen Abenteuer in der Neuen Welt schreibt und ein sehr reales und gelebtes Porträt der Bräuche der südamerikanischen Indios zeigt, dem er Illustrationen von Tieren und Pflanzen hinzufügt, sowie Beschreibungen von anthropophagischen Ritualen und exotischen Bräuchen. Das Buch trägt den Titel „Warhaftig Historia und beschreibung eyner Landtschafft der Wilden/Nacketen/Grimmigen Menschfresser Leuthen/in der Newenwelt America gelegen/vor und nach Christi geburt im Land zu Hessen unbekant/biss vff dise ij./ nechjt vergangene jar/Da sie Hans Staden von Homberg auss Hessen durch sein eygne erfarung erkant/ vnd yetzo durch den truck an tag gibt.“ Es war auch bekannt für eine maßvollere Referenz - „Zwei Reisen nach Brasilien“. Es wurde 1557 in Marburg von Andres Colben veröffentlicht. Es wurde so gut auf dem Büchermarkt angenommen, dass es sich mehrere Ausgaben verdient hat. Es ist ein Werk von historischem Wert, militärischem Wert und natürlich von anthropologischem Wert. Wir haben also eine historische Figur aus der Heimat des Autors, die in seinem, von ihm geliebten, Land Brasilien gekämpft hat. Welchen besseren Charakter könnte Detlef Günter Thiel für sein literarisches Debüt wählen? Dieses Werk wurde auf Deutsch verfasst und später ins Portugiesische übersetzt. Es kommt zu uns durch die Hand des Verlags Edições OZ, der hervorragende Arbeit geleistet hat. Ich bin sicher, es wird dem Publikum von historischen Romanen gefallen, denn es hat einen Helden von starker Persönlichkeit, der exotisch und abenteuerlich genug ist, um die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich zu ziehen, denn es besitzt die akribische Forschungsarbeit des Autors, der mühsam erworbene Kenntnisse und Impulse in Schrift umsetzt und eine lockere Sprache, die uns in seinem soziologischen und politischen Kontext in die Atmosphäre des XVI. Jahrhunderts entführt. Es ist ein Werk, das uns ein Fenster in die Geschichte öffnet, um die Erfahrung der Welt des 16. Jahrhunderts zu genießen, eine Seite der Geschichte Portugals, die wenig bekannt und studiert ist. Eine Werk, das Detlef Günter Thiel als Autor bestätigen wird. João Morgado
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Details

ISBN: 9783946128656
Verlag: Litho
Erscheinung: 01.08.2022

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