Einer Crew, die auf einem Segelboot ein Gewitter unausweichlich vor sich hat, stehen vielfältige Herausforderungen und Gefahren vor Augen – egal wie groß das Schiff sein mag. Schon der Anblick eines heraufziehenden Gewitters auf See ist weit beängstigender als an Land. Wo dort Landschaft, Häuser, Hügel, Mittelgebirge große Teile eines Gewitters verbergen, ist der uneingeschränkte Blick auf See auf einen gewitterbedeckten Horizont Respekt gebietend. Wo wir hier mit beiden Beinen auf der Erde stehen, nehmen wir die Dinge dort aus dem Auf und Ab der Wellen heraus wahr. Sind auf größere Distanz Blitze zu erkennen, Donner zu hören: nimmt das Gefühl der Bedrohung durchaus zu.
Fragen in der Crew werden laut: „Was passiert im Gewitter?“ – „Was kann passieren?“ – „Was passiert mit einem Boot, wenn der Blitz einschlägt?“ Selbst unter befahrenen Seglern fallen Antworten auf diese Fragen so zahlreich, vielfältig und gegensätzlich aus, wie es die Farben des Meeres an einem stillen Sommertag sind. Das beginnt mit der Einschätzung dessen, wie hoch denn die Wahrscheinlichkeit liegt, auf einer Yacht auf dem offenen Meer vom Blitz getroffen zu werden. Wie sich das anfühlt. Welche Schäden an einer Yacht in einem solchen Fall entstehen. Und wie das richtige Verhalten im Gewitter auf See ist. Die Meinungen hierüber gehen auseinander. Seemeilen weit.
Was die jeweilige Situation erfordert, ist Sache des Skippers. Extremsituationen wie Gewitter erfordern vom Handelnden ein hohes Maß an Entscheidungsfähigkeit. Richtiges Verhalten im Gewitter basiert, und so ist es im Leben meist, nicht auf Spezial-Ausbildung, Spezial-Ausrüstung, Spezial-Know-How. Sondern auf altbekannter Anwendung altbekannter Regeln, die jeder Segler kennt. Man nennt es: Seemannschaft.
Deshalb liegen der Reiz und die Qualität, für die wir den Autoren der Geschichten zu danken haben, darin, dass sie uns eine Folie liefern, welchen Weg Menschen in dieser Extremsituation eingeschlagen haben, um sie zu meistern. Spannend sind die Geschichten schon für sich. Aber spannend wird jede Geschichte, wo sich jeder Segler die Frage stellt: „Und was hätte ich gemacht, in dieser Situation?“
Thomas Käsbohrer
Der Journalist und studierte Historiker Thomas Käsbohrer segelt mehrere Monate im Jahr auf seinem Boot LEVJE im Mittelmeer. Seine Reisen führen ihn über Italien nach Griechenland, die Türkei, in den Atlantik bis zu den Äußeren Hebriden sowie jährlich monatelang entlang der Küsten und durch die Inselwelt Kroatiens.
Woche für Woche geht Thomas Käsbohrer zusammen mit Ümit Uzun im Podcast „Segeln ist Meer“ Segelmythen und seglerischen Halbwahrheiten auf den Grund - mit Lust an tiefgründiger Recherche und Humor. Seit der ersten Folge vor 2,5 Jahren entstanden 200 Folgen, die von Hörerinnen und Hörern 600.000 Mal gehört wurden.
Thomas Käsbohrers wöchentliche Seminare vermitteln zudem Praxiswissen über Wetter, Segeln und Seemannschaft in kritischen Situationen. Ob Sturmtaktik, Hafenmanöver, Ankern bei Starkwind oder Wetterkunde - in den Online-Sessions teilt der erfahrene Einhandsegler seine Expertise und vermittelt die Praxis für anspruchsvolle Segelsituationen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Revieren Kroatiens und der Ionischen Inseln sowie den Balearen, die Käsbohrer aus eigener Erfahrung bestens kennt.
Die BUCHTENFINDER-Ausgaben KROATIEN NORD 2026 und KROATIEN SÜD 2026 sowie IONISCHE INSELN 2026 sind mit dem REVIER-KOMPASS KROATIEN ein unverzichtbarer und völlig neuartiger Törnführer des Mittelmeerexperten.
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