Nach der Inbetriebnahme der Unstrutbahn und dem beginnenden Niedergang der Nebraer Sandsteinbrüche kämpfte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Güterschifffahrt im Revier Obere-Saale-Unstrut um ihre weitere Existenz. Aufgrund des stark zurückgegangenen Schiffsverkehrs hatte der preußische Staat zunächst nicht weiter in den Ausbau dieses Verkehrsweges investiert. Aber seit dem Baubeginn des Mittellandkanals im Jahr 1906 drängte auch die mitteldeutsche Großindustrie auf
einen Anschluss an diesen Kanal, denn der Transport von Massen- und Schwergütern würde auf diesem neuen Großschifffahrtsweg erheblich weniger kosten, als die Eisen bahn verlangte. Im Jahr 1911 wurde der Staatsvertrag zum Bau des
Saale-Leipzig-Kanals zwischen Preußen und Sachsen endlich abgeschlossen. Gleichzeitig entstanden damit korrespondierende Pläne, die Saale von ihrer Mündung in die Elbe stromaufwärts bis nach Weißenfels ebenfalls für die Großschifffahrt auszubauen.
Der Anschluss an den Mittellandkanal rückte damit in greifbare Nähe und die Zukunft der Saale-Unstrut-Schifffahrt schien gesichert. Doch die Schatten eines drohenden Krieges lagen über Deutschland und ganz Europa.
Michael Eile
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