Zehn Millionen Euro für das Kunststück Sauers, den Reichstag samt Verpackungskünstler Christo und Jeanne- Claude in eine zeitgenössische Plastiktüte einzutüten, soll laut Bericht seine Aktion kosten. Zu diesem Zweck ist die Stiftung 7000 Eichen, die bereits 1969 von Joseph Beuys initiiert wurde um herausragenden Kuriositäten innerhalb der Weltkunst eine honorige Heimstatt zu geben bereit, die einmalige Video-Aktion, samt Hintergrundinformationen wie Hausschuhe, Hasenfell, Bügelbrett usw., vollumfänglich zu erwerben. Für die museale Präsentation der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die sich mit 2 Millionen an dem Kunststück Sauers beteiligt, wurden bereits sämtliche Requisiten gesichert und Teppiche, Handtücher, Deckenlampen ec. „beschlagnahmt“. Der Raum der Video-Action Berlin Alt-Moabit, im Herzen der Hauptstadt, wird originalgetreu nachgebaut. Sämtliche Actionen, die im Zusammenhang mit diesem Kunstprojekt noch entstehen und bereits entstanden sind, werden, um wirkliche Authentizität der Action im Nachvollzug belegen zu können, gesichert.
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz betont in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass dieser performative Akt Sauers, gut 20 Jahre nach der so genannten „Verhüllung des Reichstags“ durch die Verpackungskünstler Christo und Jeanne – Claude, quasi die Ehrenrettung Deutschlands im Sinne einer Erwiderung auf den barbarischen Akt, gegenüber der Würde des Reichstags darstellt, der nicht nur Deutschland, sondern Europa zur Ehre gereicht.
Karl-Ludwig Sauer als Geschäftsführer des Einpacken-Projekts Reichstag und Christo, das in diesen Tagen seinen Abschluss fand, wird auf dringenden Wunsch der US-Regierung, gemanagt von Heiner Mehlem im kleineren Format als Kopie in der Empfangshalle im Weißen Haus eine Bleibe als Dauerleigabe erhalten.
Die runderneuerte Begriffswelt über die haptische Struktur der großen international gefragten Künstler und seinen Kunstwelten führt zu einer gewissen, zumindest theoretischen Gleichberechtigung der einzelnen Rollen und zu einer entsprechenden hygroskopischen Aufwertung des Künstlersubjekts. Die Reaktion der „Nicht-produktiven Attitüde“, wie diese bereits Kippenberger problematisierte und in neue diskursive Haltungen, zu den je eigenen Umständen angepasst dislozierte, hat Sauer explizit mit seinen Standortbestimmungen innerhalb seiner Kunst-Wissenschaftlichen Diskurse, klar und prägnant vorgestellt. Siehe Europa und Esperanto. So wurde der Wert von künstlerischen Artefakten bei Sauer, die nicht grundsätzlich in vollendeter Raumstruktur dislozieren, nicht nur in Frage gestellt; Sauer vertritt die dezidierte Ansicht, dass die so genannte Kunstwelt keine Aussicht auf ein recommander von Martin Kippenberger in Aussicht stellen kann. Die alleinige Präsenz von „Kippe“, auf der Grundlage des sozialen Austauschs und sprachlicher Diskurse, nimmt spätestens seit der Jahrtausendwende und außerhalb des Verkündungshype- (op Danske: bekendtgørelse Hype) von Georg w. Bush Junior beängstigende Ausmaße an und ist eine Phobien-basierte- (en español: basado-pobias), Angelegenheit unserer USA- Freunde im Geiste. Dieser Geist, ist nach Kippenberger, und nach Ansicht von Meister Kittelmann zu Berlin, Superpower-blasiert. Ich bitte um Beachtung dieses Terminus, der in die Geschichte der Neudeutschen europäischen Sprachbewegungen eingehen wird. Alle nichtkünstlerischen Rollen, wurden im Dauerbetrieb in the Angol-Slang überführt und so Kippenberger: „In Zement gegossen.“ Die scheinbare Aufwertung der so genannten „Kunstwelt“ ist nach Kippenberger und Udo Kittelmann, der ein besonderer Freund Sauers nach eigener Aussage ist, für eine umfassende Wahrnehmung des Kunst-Betriebs als zusammenhängende Struktur oder – je nach Perspektive – als gemeinsames Verhängnis ausgepreist. Die „Nicht-produktive Attitüde“ -… (Attitude non-productive), reagierte also mit einer gewissen Konsequenz auf ein offenbar kongruentes Problem eines Flächeninhalts der Künste, in dem Künstler/innen, neue Wege aus der allumfassenden Theoretisierung der bildenden Künste weissagen.
Das vermeintliche Dilemma der eingebüßten Bedeutung des Künstlersubjekts, verfällt simplen Verbrämungen, a la viel gesoffen, jung gestorben.
All dies ist wichtig, um das diskursive Klima zu verstehen, in dem Karl-Ludwig Sauer tätig ist. Aufschlussreich ist es, weil er zwar die inhaltlichen Voraussetzungen mit der „Nicht-produktive Attitüde“ teilte, sich in der künstlerischen Reaktion aber deutlich von dieser abzusetzen wusste. Karl-Ludwig Sauer begnügt sich nicht mit der marginalisierten Rolle eines sozialen Glieds innerhalb der „alles ist Kunst-Kunstwelt“, er füllt im Gegenteil sämtliche „Rollen“ in einem aus, die überhaupt denkbar sind….- und „tarüper“ hinaus. Dabei ist es gerade die vorangegangene Schwächung des Künstlersubjekts, die ihm als solches erlaubt, sich auch der übrigen Rollen zu bemächtigen. Nicht nur der des Galeristen, des Sammlers, des Auktionators, des Kunstwissenschaftlers, des Sponsoren, des Direktors der Allianz Kulturstiftung, etc., etc., sind auf seinen „Boddy“ (neudeutsch)..- (cuerpo en español) nicht nur geschrieben, sondern regelrecht hübsch einbalsamiert. Er übernimmt erneut auch die Rolle des (vermeintlich obsoleten) produktiven europäischen Künstlers. Dabei spielt die Qualität und nicht zuletzt der Preis der hergestellten Werke und Artefakte eine herausragende Rolle. Beispiel: Kippenberger bei Karl-Ludwig Sauer. Preis des umworbenen Künstlerbuches: EUR 3124.99 (DE).
Im internationalen Kunstmarkt resp. Kunsthandel wird dieses kolossale „Werkstück“ nur hinter verschlossenen Türen, unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen aus dem jeweiligen juwelenbesetzten Tresor in keimfreier steriler Atmosphäre feilgeboten.
Die Geste dieser Ermächtigungen im Zeichen des so genannten „Neuen Marktes“ Sauersche Malerbücher und Künstlerbücher der UNIKAT-KLASSE, getragen von einer Lobby herausragender Magnaten wie Putin oder Rockefeller und Freunde, verdeutlichen nicht nur die Brisanz Kippenbergscher Modellierungen zur Lebenszeit des fulminanten Meisters; es ist der Hinweis gestattet, dass Sauers Ermächtigungen als Reaktion auf die veränderten Verhältnisse Europas und der Welt zu buchstabieren und zu lesen sind.
Es gilt das gesprochene Wort.
Christo Jeanne Claude Karl-Ludwig Sauer Künstlerbuch Video Vortrag
Ein extrem spannendes Buch-Kunst-Werk der Weltkunst. "Die Zeit" in der Ausgabe vom 12.10 2015. (Titelseite)
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