1883 kaufte der deutsche Händler Adolf Lüderitz Land im südlichen Afrika – Auftakt der kolonialen Expansion des Deutschen Kaiserreichs, die ab 1904 im ersten Genozid des 20. Jahrhunderts gipfelte. Seit den 2000er Jahren rückt die deutsche Kolonialgeschichte stärker ins öffentliche Bewusstsein. Im Zentrum der Aufarbeitung steht Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia, in dem Siedlungspolitik, Ausbeutung und der Genozid an Nama und Herero tiefe Spuren hinterließen.
Diese Studie eröffnet einen ungewöhnlichen Zugang: Bier und Brauereiwesen als Marker kolonialer Macht, Identität und Ausgrenzung. Sie zeigt anhand historischer Zeugnisse und Fotografien, wie der rituelle Bierkonsum "Deutschtum" inszenierte – und wie sich seine symbolische Bedeutung bis in die namibische Gegenwart wandelte.
Kai Schäder
Namibia Bierkonsum Deutsch-Südwestafrika