Zur Gründung der Zürcher Universität im Jahr 1833 wurde der Naturphilosoph Lorenz Oken aus Deutschland berufen. Er war damals 54 Jahre alt und hatte bereits ein reiches und heißes Arbeitsleben hinter sich. Bis zu seinem Tode 1851 verblieb Oken in Zürich und verfasste dort auch seine 13-bändige „Allgemeine Naturgeschichte für alle Stände“.
« […] Oken wäre im 20. Jahrhundert natürlich kein Gegner des Darwinismus und Haeckelismus, aber er hätte zum landläufigen „Darwinismus“ etwas Wesentliches hinzuzufügen: nämlich Gedanken, die mit den erforschten großartigen Naturtatsachen gleichrangig sind. Der heutige wissenschaftliche Materialismus hat lahme oder gar keine Gedanken. Ein frommer Positivismus nimmt willkürlich an, die Welt sei fix und fertig ohne den tätigen Geist des Menschen. Der Materialismus kann die Frage „Was ist der Mensch?“ überhaupt nicht stellen. …»
Karl Ballmer
Lorenz Oken umgekehrter Darwinismus Gottesbegriff