"Die Gedichte der zwölf Bücher sind vor allem eines: Poesie. Im Divan lässt sich stets etwas Neues entdecken, ein schillerndes Wortspiel, eine Metapher, die Schönheit eines Reims." – Elisa Rheinheimer-Chabbi, Publik-Forum Der west-östliche Divan ist Goethes größte Gedichtsammlung, die durch die Werke des persischen Dichters Hafis inspiriert wurde. In zwölf Büchern lässt Goethe Figuren aus orientalischen Epen über Liebe, Lebensgenuss und Toleranz sprechen und schafft so einen Dialog zwischen West und Ost.
Wer sich selbst und andre kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.
Goethes lyrisches Ich begegnet der persischen Dichtung auf Augenhöhe und betrachtet sie als ebenbürtig.
Und mag die ganze Welt versinken,
Hafis, mit dir, mit dir allein
Will ich wetteifern! Lust und Pein
Sei uns, den Zwillingen, gemein!
Wie du zu lieben und zu trinken,
Das soll mein Stolz, mein Leben sein.
Fünfzehn persische Miniaturen in Farbe illustrieren die Themen der Bücher.
Mit ausführlichen Anmerkungen und Glossar für den Schulunterricht am Ende.
Johann Wolfgang von Goethe
Johann Wolfgang von Goethe forschte und publizierte auf den verschiedensten naturwissenschaftlichen Gebieten und war kurz als Jurist tätig. Bereits als 25-Jähriger wurde er durch den Roman »Die Leiden des jungen Werthers« in ganz Europa berühmt. Auf Einladung von Herzog Carl August trat er in Weimar in den Staatsdienst. Sein umfangreiches literarisches Schaffen umfasst Dramen, Prosa und Gedichte, autobiografische, ästhetische, kunstkritische und philosophische Schriften und Essays. Er war Vorreiter des »Sturm und Drang«, einer Bewegung, die auf Gefühl und Künstler-Genie setzte, und wurde zusammen mit Friedrich Schiller der wichtigste Vertreter der sogenannten »Weimarer Klassik«. Sein »Märchen« erschien erstmals 1795 in der von Schiller herausgegebenen Zeitschrift »Die Horen«.
Hafis Epos Dialog zwischen Ost und West Gedichte