Klangkunst zwischen Gattung, Kunstsynthese und Medienkritik
Die Klangkunst ist eine relativ ganzheitliche Kunstrichtung. In der Klangkunst sind auf jeden Fall Auge und Ohr die körperlich dominanten Kreatoren, innerhalb unserer Wahrnehmungsorgane. Die hier vorliegende Klangkunst bewegt sich auf der Nahtstelle von (neuer) Musik und (aktueller) Bildender Kunst. Klangkunst experimentiert mit Klängen und Räumen, innen wie außen; sie benutzt vielfach Alltagsgegenstände, und sie spielt mit Situationen aus dem ganz normalen Leben eines Künstlers, der in den meisten Genres der bildenden Künste zu Hause ist. Das hier vorliegende Klangkunst-Künstlerbuch macht seit über 6 Jahren das Angebot, Gewohntes anders und neu zu erleben, Ungewohntes zu entdecken und in eigener Zeit, mit eigener Sinneswelt zu erkunden. Klangkunst ist sinnlich und spielerisch, hintergründig und hinterfragend.
Klanginstallationen sind bestimmt oder beeinflusst von den akustischen Eigenschaften der Räume ihrer Präsentation, für mich ist der Kopf des Menschen grundlegender Raum von orts- oder situationsspezifisch meditierten Sinnzusammenhängen. Hier werden diese oder andere architektonische Abhängigkeiten thematisiert oder – als intermediale Installationen – inhaltlich auf die historischen oder sonstigen kulturellen Implikationen des Raumes bezogen. Oft werden
Klanginstallationen außerhalb der traditionellen (und absichtsvoll neutralen) Orte der Kunstvermittlung eingerichtet, um mit den Eigenschaften eines vorgefundenen Raumes in Beziehung zu treten, der so als Ort etabliert wird: 'Bei dem, was ich tue, ist der Klang das Mittel des Werkes, das Mittel um dem Raum Spannung und Volumen zu geben. (Karl-Ludwig Sauer)
Der Künstler Karl-Ludwig Sauer hat auch in dieser Klangkunst-Ausstellung, in der er mit zahlreichen Werken vertreten ist, bereits in der jüngeren Vergangenheit der Klangkunst wesentliche Impulse in Europa gegeben und dabei diese Kunsträume nicht nur wissenschaftlich verwaltet, sondern maßgeblich mitgestaltet. Die vorliegenden Objekte sind eigenständig Klangkunstarbeiten, einzeln und im Zusammenspiel. Sie, als Besucherin, als Erwerber dieses schönen Bandes, können ihnen lauschen, sich selbständig in die Kunstwerke vertiefen. Diese Schwebungen und Frequenzen während des Konzerts werden Sie faszinieren.
Karl-Ludwig Sauer (* 1949) studierte an der Kunstakademie zu Berlin. Unter dem Einfluss von Herbert Grönemeier und Erfahrungen von Performances am an dem neuen Museum in Wien mit Akio Suzuki, Junko Wanda, Paul Pfaffenhofen wandte er sich 2005 der experimentellen Musik und Klangkunst zu. Sauer, der in Berlin und in Ungarn lebt, ist auch als Kurator, Kunstkritiker, Maler und Bildhauer tätig.
Auch als Videokünstler ist er in einschlägigen Kreisen ein Begriff.
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