An der Schnittstelle zwischen Feminismusforschung, Architekturgeschichte und dem Diskurs über die Commons angesiedelt, zielt dieses Buch darauf ab, diesen Diskurs als radikale Theorie und Praxis zur Konzeption nicht-hierarchischer Formen des kollektiven Lebens zu bereichern. Ausgehend von der Entstehung einer „neuen Frau“ im Kontext der Ersten Frauenbewegung und der Gründung des Deutschen Werkbunds in der frühen Weimarer Republik untersucht die Studie zwei Beispiele aus den 1910er Jahren, in denen feministische Kämpfe radikale architektonische Praktiken für die soziale und räumliche Ordnung des Wohnens hervorbrachten, die feministischen Forderungen sowohl administrativ als auch typologisch Rechnung trugen. Indem die Wohnungsfrage als feministische Frage behandelt wird, bewertet diese Untersuchung die Möglichkeiten, die sich aus einer räumlichen Ordnung ergeben, die den vielfältigen Rollen von Frauen über die der Ehefrau und Kinderbetreuerin hinaus Rechnung trägt. Mit anderen Worten: Sie bewertet das Potenzial räumlicher Ordnungen, neue soziale Ordnungen und Strukturen denkbar zu machen.
Piniara Ioanna
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