Adela Nicolescu findet in einer Buchhandlung zufällig einen Roman, in dem sie ihre Familiengeschichte erkennt. Die Suche führt zurück in ihr Heimatdorf. In einer verlassenen Mühle war ein mysteriöser Mord geschehen. Menschen verschwanden auf unerklärliche Weise. Die Dörfler glauben an ein Phantom, das ihr Schicksal dirigiert und sich in jeder Seele auf eigene Weise zeigt.
Doina Ruşti folgt aus verschiedenen Blickwinkeln einer Vergangenheit, die keine Ruhe gibt. Wie mit einer Kamera leuchtet sie das Dorf Comoșteni und seine Bewohner aus, spinnt ein feines Netz ihrer Beziehungen und alltäglichen Geheimnisse, Hoffnungen und Ängste. Verdichtet in einer Osterwoche des Jahres 1986, entfaltet sie ein Panorama des Lebens unter einer Diktatur, das weit über die historische Zeit hinaus aktuell ist.
Eine Parabel über das 20. Jahrhundert - magisch, dämonisch und grotesk.
Doina Ruşti
Doina Ruşti, geboren 1957 in Comoșteni, studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft und ist eine der wichtigsten Stimmen der rumänischen Gegenwartsliteratur. Sie ist Drehbuchautorin, Filmregisseurin und Universitätsdozentin an der Nationaluniversität der Theater- und Filmkunst Bukarest.
Ihre zahlreichen Romane zeichnen sich durch ungewöhnliche Thematik, Phantasiereichtum und literarische Meisterschaft aus und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. In deutscher Sprache erschien bisher der Roman Lizoanca (Horlemann Verlag, 2013), für den sie den Ion-Creanga-Preis der Rumänischen Akademie erhielt (2009).
Ihr Roman Das Phantom in der Mühle (Fantoma din moară, Ed. Polirom 2008) wurde mit dem Prosapreis des Rumänischen Schriftstellerverbandes ausgezeichnet (2008).
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«Diese Mühle, eine axis mundi, das Zentrum, die Feuerstelle und Obsession des Dorfes, in der man keine Ahnung hat, ob man den Engel oder den Teufel trifft, diese Mühle ist der Ort, an dem ein Mord geschieht: ein gewisser Max, ein Epileptiker, wird aus Versehen getötet. Jeder ist verpflichtet zu schweigen und wird zum Komplizen des Mörders. Wir waren alle Komplizen dessen, was uns definiert und bestraft hat. Das ist das Gleichnis vom Kommunismus.»
Dan C. Mihăilescu, Literaturkritiker, ProTV
«Das Fabelhafte, das Wunderbare, das Übernatürliche überlagert sich mit dem Alltäglichen. Die dämonische Geschichte jener schrecklichen Jahrzehnte in Rumänien erzählt aus der Perspektive eines isolierten Dorfes.»
Daniel Cristea Enache in România literară
«Auf sehr kluge Weise spiegeln sich die Ereignisse der großen Geschichte in der kleinen, in der Familienchronik, die Doina Ruşti mit scharfer Wahrnehmungsgabe und Sinn für Atmosphäre und Sprache erzählt.»
Horia Gârbea in Săptămâna financiară
«Ein Roman von epischer Kraft, in dem die prägnante Beobachtung, die präzise Beschreibung und die wohltuend zurückhaltende Lyrik eine faszinierende Geschichte hervorbringen.»
Gabriela Georghişor in Dilemateca
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