In ihrer Masterthesis beschäftigt sich Espelage mit einem sonst eher marginalisiertem Phänomen der kulturwissenschaftlichen Forschung – dem Vollbart. Sie fragt sich: Ist der Vollbart eine Darstellung und Symbolisierung von Männlichkeit? Wie verhalten sich dazu die Konzepte von Identitätsbildung, Ideologie und ‚Dress‘? Sowohl durch kulturhistorisches Arbeiten als auch mit detaillierten Analyse‐ und Interpretationsstrategien untersucht Espelage das Phänomen mit einem besonderen Blick auf seine Funktion in der Konstruktion der Geschlechterdichotomie: Eines ihrer leitenden Erkenntnisinteressen liegt darin, Stereotypisierungen von ‚Männlichkeit‘ zu erkennen und diese kritisch auf ihre Totalität zu prüfen. Das Tragen eines Vollbartes hat nicht nur das Potenzial heteronormative Geschlechterdiskurse zu reproduzieren, sondern kann diese andersherum auch durch eine ambivalente Präsentation grundlegend irritieren.
Anna Magdalena Espelage
Kleidungswissenschaft Kulturwissenschaft Genderforschung