Eine chaotische Büchersammlung steht im Zentrum der Analyse dieser Bachelorarbeit von 2008. Die veränderlichen Stadien
ihrer Ordnung werden erfasst und in Bezug zu übergeordneten gesellschaftlichen Bedeutungssystemen gesetzt.
Systematische Strukturierung fördert die potentielle Informationsausbeute einer Sammlung und entspricht somit einem
modernen Anspruch. Durcheinander hingegen entzieht die Sammlung nicht nur der allgemeinverständlichen Zugänglichkeit,
sondern führt, durch diskursiv erzeugte Scham, möglicherweise zum vollkommenen Sichtentzug. In ihrer Unordnung bietet
diese konkrete Sammlung die fruchtbare Grundlage zur Identifikation von Diskursen, Entzifferung von machtpolitischen
Intentionen durch Blickführung und ein Beispiel zur Erhaltung gesellschaftlicher Ordnung durch „Othering“. Als Resümee
erfolgt die Erkenntnis, dass der Ruf nach Befreiung von unflexiblen Ordnungssystemen nur innerhalb des chaostheoretisch
angereicherten Diskurses der Spät‐Moderne erfolgen kann.
Stefanie Mallon
Sammlungen Ordnung www.studien-zur-materiellen-kultur.de Kulturwissenschaft Diskurstheorie Sichtbarkeit