Ben Roeg Roeg Verwandtschaften

Verwandtschaften

von Ben Roeg

Politische Real-Fiktionen aus sieben Jahrzehnten bundesdeutscher Utopie-Geschichte

EUR 11,90

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Beschreibung

In drei Erzhlungen werden zentrale Utopie-Entwicklungen der bundesrepublikanischen Politik-Geschichte vorgestellt: konstruktive Gesellschaftsentwürfe, die das kollektive Bewusstsein bedeutsam verändert haben und weiterhin beeinflussen. Es beginnt mit der 68-er Bewegung, die nicht aus der Sicht der beteiligten studentischen Akteure, sondern indirekt aus der ihrer (60-jhrigen) Eltern sowie (8-jhrigen) Tochter (‚Acht und sechzig‘) aufgearbeitet wird – als Demokratisierung der Universitt und, davon ausgehend, der gesamten Gesellschaft. Den größten Umfang nimmt die mehrere Jahrzehnte umfassende Abkoppelung sowohl von der militärischen als auch der sog. friedlichen Nutzung der Kernenergie ein (‚Wahl-Verwandtschaften‘). Die komplexe Verschränktheit der dabei relevanten Positionen wird durch eine Vier-Personen-Konstellation reprsentiert, die in Parallelitt zu Goethes ‚Wahlverwandtschaften‘ zugleich die seitherige kulturelle wie erzähltheoretische Weiterentwicklung verdeutlicht. Den Abschluss bildet das unabgeschlossene Projekt einer humanen (Sterbe-)Hilfe bei rationalem Suizid (‚Requiescam‘), zu der sich Mutter und Sohn zusammentun müssen, um dem leidenden Ehemann/Vater seinen letzten Willen zu erfüllen. Die Benennung als Real-Fiktionen signalisiert, dass die Erzhlungen historische Tatsachen und Entwicklungen berichten, allerdings indem sie durch fiktive Personen und deren Einbettung in die realen Geschehnisse eine anschauliche Konkretisierung erfahren

Autor*in

Ben Roeg
(Jahrgang 1944) Im ersten Leben Wissenschaftler: mit der Konzeption einer sozialwissen-schaftlichen Psychologie als drittem Weg zwischen Natur- und Geisteswissenschaft. Das bedeutet: kritische Analyse von Menschenbildern, Eintreten für ein konstruktives (wertendes) Modell des handlungs- und kommunikationsfähigen Menschen mit positiven Entwicklungszielen: von Reflexivität und Rationalität bis zu integrem Argumentieren, Lese- und Medienkompetenz, Kreativität etc. Im parallelen zweiten Leben Literaturwissenschaftler: mit dem Versuch, die Literaturwissenschaft in den Bereich der empirischen Sozialwissenschaften hinein zu ziehen. Das bedeutet: neben literaturtheoretischen und methodischen Arbeiten auch die Analyse literarischer Utopien als Entwurf einer humaneren Welt und zugleich Warnung vor inhumaner Ideologie. Im anschließenden dritten Leben Literat: mit dem Bemühen, Theorie und Praxis eines soziales Problembewusstseins zu verbinden. Das bedeutet: ehrenamtliches Engagement vor allem in der Asylarbeit und zugleich literarische Kritik ideologischer Selbsttäuschungen (in der Geschichte der Bundesrepublik): von der mangelnden Aufarbeitung der Nazizeit über menschenverachtende Wirkungen religiöser, politischer, medizinischer, medialer etc. Denksysteme und Institutionen bis hin zur kapitalistisch vereinnahmenden Abwicklung der deutschen Wiedervereinigung und der Unmenschlichkeit von Asylgesetzgebung und -praxis in Deutschland wie der EU insgesamt.

Themen in »Verwandtschaften«

Deutsche Geschichte Erzählungen Politik Real-Fiktionen Utopie

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Details

ISBN: 9783943195217
Verlag: custos verlag
Erscheinung: 12.03.2018

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