Als scharfsinniger Kritiker seiner Zeit würde Ambrose Bierce wohl auch heute seinen Finger in die klaffenden gesellschaftlichen Wunden Amerikas legen. In einer Sammlung von bissigen Texten, mittels zynischer Reflexionen und dank hellsichtiger Beobachtungen seziert der Autor die amerikanische Gesellschaft, deren Fehler und ihre Heuchelei: Politische Zerrissenheit, Korruption und soziale Ungleichheit; Rassismus, Krieg und Gewalttaten werden durch seinen hyperbolischen Humor zugespitzt, und doch bleibt der Misanthrop ein Moralphilosoph.
Ambrose Bierce
Ambrose Gwinnett Bierce (1842-1914) war das zehnte von dreizehn Kindern. Als 15-jähriger lief er von Zuhause weg, nahm auf der Seite der Union am Bürgerkrieg teil und zeichnete sich durch Tapferkeit aus. Berühmt wurde er als Journalist. Neben seinem sarkastischen Werk The Devil's Dictionary (1906) beruht Bierces Anerkennung vor allem auf zwei Sammelbänden: Tales of Soldiers and Civilians (1892) und Can Such Things Be? (1893). Mit 70 Jahren unternahm Bierce eine Reise nach Mexiko, mitten in die Revolution, wo sich seine Spur im Gefolge von Pancho Villa für immer verlor.
Ambrose Bierce Amerikanische Literatur Literatur des 19. Jahrhunderts