Das Heptameron ist ein lebendiges Meisterwerk, das sich würdig neben Boccaccios Dekameron behauptet. Es spiegelt die Fröhlichkeit und Lebhaftigkeit seiner Verfasserin wider und schildert in humorvollen wie auch kritischen Erzählungen die Liebe und die Doppelmoral der Geistlichkeit und der Gesellschaft des 16. Jahrhunderts.
Margarete von Navarra
Margarete von Navarra stammte aus einer Nebenlinie der französischen Königsfamilie der Valois und gehörte zu den mächtigsten Frauen ihrer Zeit. Ihr Enkel wurde als späterer König Heinrich IV. einer der größten Herrscher Frankreichs. Sie sprach und schrieb sieben Sprachen, war literarisch sehr begabt, betätigte sich als Mäzenin und zog Künstler und Theologen an ihren Hof, wo bis zu ihrem Tode auch Pierre de Brantôme lebte. Sie sympathisierte mit den Gedanken Martin Luthers und protegierte Intellektuelle, die den Hugenotten zugerechnet werden konnten. Ihre letzte Lebensphase verbrachte sie überwiegend in Klöstern in ihrem kleinen Königreich, fern vom Pariser Hof, wo sie u. a. in ihrer Rolle als Beschützerin der oben genannten Protestanten angefeindet wurde. Sie starb offenbar an einer winterlichen Lungenentzündung.
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