Die Emerging Artists Exhibition 2012 gibt einen Einblick in die facettenreiche und lebendige junge Kunstszene Hamburgs. Sechs sehr unterschiedliche Positionen werden hier zusammengeführt und einander gegenübergestellt. Grit Richter, die in ihren Arbeiten den spannungsreichen Dialog zwischen klaren geometrischen Formen und ungebändigten organischen Verlaufeffekten aufgreift, setzt sich auf formaler Ebene mit den Antipoden Konstruktion und Zufall auseinander. Die abstrakten Arbeiten Richters treffen auf die narrativen Werke Stefan Sandrocks, der in seinen phantastischen Collagen Heterogenes zu einem neuen surrealen Ganzen zusammenfügt. Hierbei erschafft Sandrock Welten, die der Phantasie des Betrachters keine Grenzen setzen und dazu auffordern, mit Geschichten belebt zu werden. Wie Sandrock bedient sich auch Martin Bronsema vorgefundenem Bildmaterial. Abbildungen aus Zeitungsartikeln, alten Kochbüchern oder Romanklassikern werden aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und durch Übermalung oder Neuzusammensetzung verfremdet. So wird zum Beispiel die alltägliche Szenerie des Brotbackens durch die lila Einfärbung der Teigmasse zu einer irritierenden, geradezu abstoßenden Handlung umformuliert, die den vertrauten Vorgang zur Kuriosität werden lässt. Den zum Teil humoristischen, figurativen Arbeiten von Sandrock und Bronsema stehen die abstrakten, formverliebten Arbeiten von Swen Kählert gegenüber. In einigen Werken Kählerts - der ursprünglich aus der Architektur kommt - hat die technische Formsprache des Reißbretts Eingang gefunden. So fühlt sich Merle Radtke, Autorin dieses Bandes, bei Swen Kählerts Arbeiten oftmals an „klassische städtische Strukturen und Rasterungen“ erinnert „in denen unterschiedliche Zentren, Hauptverkehrsadern und kleine Nebenstraßen“ existieren. Auch Künstler der urbanen, subversiven Kunstszene Hamburgs sind auf der Emerging Artists Exhibition vertreten. Der Südkoreaner Ki Yoon Ko hat in kongenialer Zusammenarbeit mit Igor Maier Arbeiten geschaffen, die gerade in der Verbindung der so unterschiedlichen Arbeitsweisen ihren ganz besonderen Reiz finden. Zeitlich versetzt arbeiten die Künstler im jeweiligen Alleingang an einem Werk, fordern sich gegenseitig heraus, deuten um, ironisieren und ergänzen sich. Das Künstlerkollektiv der Low Bros, das seine Anfänge ebenfalls in der Streetart findet, kombiniert in seinen graphischen Arbeiten Elemente des Comics mit Elementen des Designs. „So entstehen fantasievolle Tierwesen […], gepaart mit menschlichen Charakteren und Attitüden, wie sie dem städtischen Habitus und der Kultur der Großstädte entspringen.
Oliver Lähndorf
FAZ online:“Ein großer Stand ist den „Emerging Artists“ gewidmet, jungen Hamburger Künstlern, „die nicht gleich nach Berlin abwandern wollen“. Für sie gibt es zudem einen beachtlich edierten Katalog.”art online:„Der einzige Stand, der wie eine kuratierte Ausstellung wirkt, ist der der "Emerging artists". Faktisch ist es auch eine separate Ausstellung, die die Affordable Art Fair begleitet und ausschließlich jungen Hamburger Künstlern Raum bietet. Swen Kählert ist einer von ihnen. Seine abstrakten, richtungslosen Verlaufsarbeiten erklärt er gekonnt: "Es geht im Leben immer um den Lauf der Dinge". Gut möglich, dass die Werke des charismatischen Künstlers in ein paar Jahren schon ein Vielfaches mehr wert sind als heute.“ gallery talk.net„Neben einer breiten Vielfalt an verschiedenen künstlerischen Medien, gekonnte musikalische Begleitung durch Lovegang und ein gut gelauntes Publikum ist auch die Ausstellung der Emerging Artists ein Highlight. Die Präsentation der sechs Hamburger Künstler Grit Richter, Stefan Sandrock, Martin Bronsema, Swen Kählert, Ki Yoon Ko im Duo mit Igor Maier und die Gebrüder Low Bros zeigt eine interessante Auswahl an Werken und bietet nebenbei bemerkt einen hervorragenden Katalog – klasse! So trägt die AAF ihren Teil zum Diskurs über zeitgenössische Positionen lokaler Künstler bei und schafft einen Mehrwert, der über die Freude am Entdecken, Kaufen und Diskutieren der Besucher hinausgeht.“Hamburger Abendblatt:„Weil Lähndorf und seine Messemanagerin Judith Waldmann auch ein paar in Hamburg lebende Künstler glücklich machen wollen, bieten sie in der Sektion "Emerging Artists" sechs aufstrebenden Künstlern der Stadt ein Podium, das die AAF selbst verantwortet. Was immer von den teilweise sehr attraktiven Arbeiten von Grit Richter, Ki Yoon Ko, Swen Kählert, Stefan Sandrock, Martin Bronsema und Low Bros verkauft werden sollte, fließt direkt und ohne jeden Abzug in die chronisch leeren Taschen der Künstler. Selbst den hübschen Katalog finanzieren die Messemacher mithilfe eines Sponsors und den Einnahmen aus Standgebühren und Eintrittsgeldern.“ Monopol:„Mit den Emerging Artists und den Workshops soll die lokale Kunstszene unterstützt werden. Die fünf jungen Künstler, die präsentiert werden, sind denn auch keine Unbekannten: Die Hamburgerin Grit Richter etwa zeigte ihre Werke gerade bei Baltic Raw, der ebenfalls ausgestellte Swen Kählert arbeitete unter anderem beim Kunstfestival Velada Santa Lucía in Maracaibo, Venezuela eng mit der Künstlerin Clementia Labin zusammen.“
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