Der Fund zweier Kinderleichen versetzt nicht nur die Lütticher Polizei in Aufruhr. Die beiden in Köln als vermisst gemeldeten Mädchen werden allzu vorschnell als die Opfer des Baugehilfen Alfons Blanc betrachtet. Die Kölner Kommissare Gawriloff und Kowalski werden mit dem Fall betraut und stoßen bei ihren Ermittlungen auf dubiose Verstrickungen innerhalb des Rotlichtmilieus, die sich bis in die höchsten Kreise der Kölner Gesellschaft zurückverfolgen lassen. Für die Kommissare beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen die Korruption in den eigenen Reihen.
In Ihrem Roman-Debut formt Astrid Vehstedt ein Verbrechen, das viel näher an der Realität ist, als man glauben möchte. Rasant und spannend beschreibt sie nicht nur den Kriminalfall, sondern zeichnet auch authentische Protagonisten, die mit ihren ganz persönlichen Dämonen zu kämpfen haben.
Der Fund zweier Kinderleichen versetzt nicht nur die Lütticher Polizei in Aufruhr. Die beiden in Köln als vermisst gemeldeten Mädchen werden allzu vorschnell als die Opfer des Baugehilfen Alfons Blanc betrachtet. Die Kölner Kommissare Gawriloff und Kowalski werden mit dem Fall betraut und stoßen bei ihren Ermittlungen auf dubiose Verstrickungen innerhalb des Rotlichtmilieus, die sich bis in die höchsten Kreise der Kölner Gesellschaft zurückverfolgen lassen. Für die Kommissare beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen die Korruption in den eigenen Reihen.
In Ihrem Roman-Debut formt Astrid Vehstedt ein Verbrechen, das viel näher an der Realität ist, als man glauben möchte. Rasant und spannend beschreibt sie nicht nur den Kriminalfall, sondern zeichnet auch authentische Protagonisten, die mit ihren ganz persönlichen Dämonen zu kämpfen haben.
Astrid Vehstedt
Gawriloff Kinderleichen Kindermord Kommissare Korruption Kowalski Köln Lüttisch Mädchen Polizei Rotlichtmilieus
Opulentes Debüt in kräftigen FarbenSo was kommt vor: Arbeit im Freien, die Blase drückt, man verschwindet mal kurz hinter die Büsche Für Straßenarbeiter Alfons Blanc führt der Fehltritt ins Entsetzen. Denn als er sich erleichtert, spült er mit seinem Urinstrahl eine Mädchenleiche frei. Für Autorin Astrid Vehstedt ist die makabre Szene nahe der Autobahn Lüttich das Lasso, mit dem sie ihre Leser in ihren Erstling zieht: Einen Krimi um Kindesmissbrauch, der zugleich als Politthriller und rheinisches Sittengemälde daherkommt.Die Tote und eine zweite Leiche die wenige Meter entfernt gefunden wird, könnten zwei Kinder sein, die vor einem Jahr in Köln spurlos verschwanden. Ein Fall für das Ermittler-Duo Martin Kowalski und Luca Gawriloff. Kowalski ist eine eher schlichte rheinische Frohnatur, ganz im Gegensatz zu seinem Kommissars-Kollegen. Gawriloff spielt konzertreif Klavier, kann Karate, kocht prima, spricht mehrere Sprachen. Seine Biographie weist seltsame Lücken, seine Karriere rätselhafte Knicks auf, sein Privatleben scheint undurchschaubar. Ihre Ermittlungen, erschwert durch offensichtlich korrupte Kollegen im deutschen und belgischen Polizeiapparat, führen die Kommissare ins Rotlichtmilieu, offenbaren dessen Verbindung zu Kölns bester Gesellschaft und in die lokale Politik, verweisen auf Geldwäsche, Menschenhandel und Drogengeschäfte, bringen sie, ihre Familien und Freunde in tödliche Gefahren. Vehstedt schildert dies in kräftigen, manchmal zu kräftigen Farben, bringt Stasi und KGB ins Spiel, konfrontiert ihre Protagonisten und die Leser mit Esoterik, Psychologie, Religion und Musik, mit deutscher Geschichte und jüdischem Leid. Das ist nicht immer leichte, aber immer fesselnde Lektüre. Und die endet nicht mit dem blutigen Finale des aktuellen Falles, sondern mit einer weiteren dunklen Episode im Leben des Luca Gawriloff. In der zeichnet sich bereits ein neues Verbrechen ab. Denn, wie sinnierte er während der Ermittlungen über seinen Gegner aus der Unterwelt: "Irgendwann würde er ihn zu fassen kriegen. Und dann? Dann käme der nächste Verbrecher an die Reihe und dann wieder der nächste Es war wie in einem Labyrinth; und hinter jeder Verzweigung war wieder ein neuer Fall, bis man vielleicht einmal in das dunkle Zentrum vorstieß".Keine Frage: Diese Story schreit nach einer, vielleicht nicht ganz so opulenten Fortsetzung. Und Luca Gawriloff hat für Krimifreunde das Zeug zum Kultkommissar. Autor: (c) Hartwig Hochstein, Leipziger Volkszeitung
()