In den Arbeiten von Christiane G. Schmidt wird die Para- doxie unserer Sehnsucht nach dem Idyll bildhaft. Ein Paradox, das Hans Magnus Enzensberger in seinem Tourismus-Essay von 1958 so prägnant wie einfach beschrieben hat: „Indem wir finden, was wir suchen, zerstören wir es”. So malt die Künstlerin die touristische Überfrequentierung, die Eingriffe in die Natur, wie sie durch Hotelbauten, Ausflugslokale, Seilbahnen, Kunstschnee-Anlagen, Zufahrtsstraßen und Abflughallen entstehen. Und sie malt noch etwas anderes, was Enzensberger einst beschrieb, nämlich die Vergeblichkeit der Suche, der sich eigentlich die Menschen heute bewusst sind.
Die Szenerien ihrer Gemälde sind mitunter menschenleer, sie wirken verlassen. In anderen Arbeiten stehen die Figuren am Rand, kehren uns den Rücken zu oder werden in gesichtslosen Gruppen angeordnet. Sie werden nicht portraitiert, sondern erfahren eine Ent-Individualisierung – letztlich wie die Orte, die nicht erlebt, sondern vielmehr nur konsumiert werden.
Sabine Schrader
Christopher Schroer