Ich denke noch oft an diesen trostlos wolkenverhangenen Septembermorgen, als Danni, unser Nesthäkchen, auszog. Thomas und Peter, ihre beiden älteren Brüder, hatten sich bereits vor längerer Zeit abgenabelt und eigene Wohnungen bezogen. Und nun machte sich auch unsere Jüngste auf, um zu studieren. Beklommen war mir ums Herz, und ich versuchte die aufkommende Wehmütigkeit mit mütterlichen Ratschlägen zu überspielen. Eigentlich verstand ich mich selbst nicht mehr. Wie sehr hatte ich mich in den turbulenten, arbeitsreichen Zeiten der Kindererziehung nach stillen Momenten des Ausruhens gesehnt. Nun war dieser Moment endlich da. - Was ich allerdings an diesem Morgen nicht ahnen konnte: dass meine aufregendsten und wildesten Jahre noch vor mir liegen sollten.
Inge Tonk
Duisburg Rheinperlen Ruhrgebiet