Am Ende der Gutenberg-Galaxis stand der Eintritt in die Turing-Galaxis. Längst haben digitale Medien alle gesellschaftlichen Bereiche erfasst, und die Künste stehen paradigmatisch dafür – und so auch die Musik, die digital geworden ist. Musik schien einst von einem schöpferischen Geheimnis ummantelt, doch mittlerweile komponieren lernende KI-Systeme. Algorithmen definieren die Musik und schreiben Musik in Klartext an. Die Hybris vom einsam schaffenden Genie weicht der bescheidenen Einsicht, als Mensch Teil eines Netzwerkes zu sein, allerdings mit künstlerisch und sozial enorm erweiterten Möglichkeiten.
Globale Datenströme erlauben kulturelle Aneignung in einer medial vernetzten Gesellschaft. In der Turing-Galaxis sind die Menschen transkulturell verbunden, das globale Dorf ist ein Ort der humanen Begegnung, eine virtuelle Agora der digitalen Polis, was Mensch und Musik nur recht sein kann.
Norbert Schläbitz
Norbert Schläbitz, Dr. phil. habil., Univ.-Professor für Musikpädagogik
an der WWU Münster.
Lehramtsstudium in Musik und Deutsch, Promotion in Kunstwissenschaft,
Habilitation in Musikpädagogik, langjährige Tätigkeiten als Studienrat
und Filmmusikkomponist,
zahlreiche Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten: Musik und
Medien, Medienästhetik, Neue Lernformen für den Musikunterricht;
Verfasser/Herausgeber von Unterrichtsmodellen und Schulbüchern für den
Musik- und Deutschunterricht.
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