Auf die Beiträge gemünzt verstehe ich die »Metonymie« als Form eines Denkens, das unmittelbar mit der Beobachtung verschwistert ist. Sie setzt Facetten, ohne dass dabei ein lückenloses Bild entstehen soll.
Knapp 30 Autor_innen wurden von Norbert Lange gebeten, offen über ihre künstlerische Wahrnehmung nachzudenken und den/die Leser_in daran teilhaben zu lassen. Hier geht es nicht um das Handwerk des Dichtens, wie es an Schulen gelehrt oder von der Literaturwissenschaft analytisch behauptet wird: Thema des Buches ist der lebendige Prozess der künstlerischen Tätigkeit.
Die Autor_innen – darunter viele der wichtigsten Stimmen der jungen wie der älteren Generation – wurden aufgefordert, über das unfertige, im Entstehen Begriffene zu schreiben, das eigene Denken offenzulegen sowie von den Erfahrungen innerhalb und außerhalb des Schreibens zu berichten, darüber, wie sie künstlerische Vorstellungen verändern und künstlerische Vorhaben anstoßen.
Entstanden ist so ein Buch, das Texte zu einem Kommunikationsnetzwerk verbindet, das auf spielerische Weise zwischen Gedicht und literarischem Essay und Manifest wechselt, und zeigt, wie Autor_innen mit offenen Sinnen an einer der heutzutage lebendigsten wie riskantesten Künste beteiligt sind, der Poesie.
Mit Beiträgen von:
Konstantin Ames, Hartmut Abendschein, Crauss, Elke Erb, Mara Genschel, Sabine Hänsgen, Martina Hefter, Angelika Janz, Birgit Kempker, Barbara Köhler, Simone Kornappel, Thorsten Krämer, Stan Lafleur, Martin Lechner, Georg Leß, Swantje Lichtenstein, Léonce W. Lupette, Brigitte Oleschinski, Jinn Pogy, Bertram Reinecke, Johann Reißer, Monika Rinck, Xaver Römer, Volker Sielaff, Ulf Stolterfoht, Barbara Felicitas Tax, Mathias Traxler, Julia Trompeter und Uljana Wolf.
Norbert Lange
Norbert Lange, geboren 1978 in Gdingen, lebt in Berlin. Von 1999 bis 2002 Studium in Berlin (Philosophie, Kunstgeschichte und Judaistik) und von 2002 bis 2006 am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Letzte Veröffentlichungen, u. a. »Das Schiefe, das Harte und das Gemalene« (luxbooks, 2012), Das Geschriebene mit der Schreibhand (Reinecke & Voß, 2010), Rauhfasern (Lyrikedition 2000, 2005). Übersetzungen, u. a. »Kevin Prufer: Wir wollten Amerika finden« (zusammen mit Susanna Mewe, luxbooks, 2011), »George Oppen: Die Rohstoffe« (luxbooks, 2012).