Claudia Pinl Pinl Freiwillig zu Diensten?

Freiwillig zu Diensten?

von Claudia Pinl

Über die Ausbeutung von Ehrenamt und Gratisarbeit

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Beschreibung

23 Millionen Ehrenamtliche arbeiten in Deutschland in Kleiderkammern, in Kitas und in Schulen. Sie betreuen Kranke, sie sitzen an den Kassen von Theatern und Schwimmbädern, pflegen kommunales Grün und steuern den „Bürgerbus“. Alles unbezahlt, alles fürs Gemeinwohl. Schön, wenn Menschen sich für andere engagieren. Es hilft auch den Helfenden, macht zufrieden, vermittelt neue Einsichten und Kontakte. Und verschleiert den Blick. Vor lauter Begeisterung über „bürgerschaftliches Engagement“ sehen wir nicht mehr, woher die vielen Armen im Lande kommen. Wir nehmen den Zusammenhang nicht wahr zwischen kaputt gesparten Kommunen, Einschnitten im sozialen Netz, der Konzentration des Reichtums bei wenigen und den Dauer-Appellen an uns alle, bitte mit auszuhelfen. Die Freiwilligen halten mit ihrer Gratisarbeit nicht nur den Betrieb in Pflegeheimen, Kitas und Schwimmbädern aufrecht. Sie tragen auch dazu bei, den Niedriglohn-Sektor auszudehnen und die Arbeit von Hauptamtlichen zu dequalifizieren. Sie stopfen Löcher, die politische Entscheidungen ins Sozialwesen, die Bildung und die Infrastruktur gerissen haben. Und werden von den Politikern am „Ehrenamts-Tag“ dafür belobigt. Warum noch für Arbeit bezahlen, wenn Ehrenamtliche sie umsonst oder für ein Taschengeld verrichten? Die Autorin Claudia Pinl zerstört das hehre Bild des „bürgerschaftlichen Engagements“, wie es uns von Professoren, Politikern und Ehrenamts-Profis präsentiert wird. Die Autorin appelliert an die Freiwilligen, nicht länger den Ausputzer für politische Fehlentscheidungen zu machen. Und an die Politik, öffentliche Aufgaben im Sozialen, in der Bildung und im Kommunalen wieder öffentlich finanzierbar zu machen.

Autor*in

Claudia Pinl

Themen in »Freiwillig zu Diensten?«

"bürgerschaftliches Engagement" "schlanker Staat" Abbau von Arbeitsplätzen Armut und Reichtum Ausdehnung des Niedriglohn-Sektors Ehrenamt Einschnitte im sozialen Netz Freiwilligendienste Gratisarbeit Privatisierung Sozialabbau kaputt gesparte Kommunen niedrige Steuern

Stimmen zu »Freiwillig zu Diensten?«

'Claudia Pinl kommt ohne Polemik und Zynismus aus, entmythologisiert Begriffe wie 'Nachhaltigkeit' und 'Sozialinvestition' und zeigt auf, um was es eigentlich geht. Den Abgeordneten in Bundestag und Länderparlamenten und allen, die an das 'bürgerschaftliche Engagement' appellieren, sollte dieses kompakte und pointierte Büchlein dringend zur Pflichtlektüre gemacht werden, 'denn sie sollen wissen, was sie tun'.' Fundraising Echo 6/2013 'Erst kürzlich ist die Journalistin Claudia Pinl mit ihrem Buch ‚Freiwillig zu Diensten? Über die Ausbeutung von Ehrenamt und Gratisarbeit‘ hart mit der Politik ins Gericht gegangen. Ich nehme an, dass viele Gäste das Buch bereits gelesen haben. Wenn ich auch die meisten Diskussionspunkte ganz anders sehe, so begrüße ich doch den Anstoß zu dieser Debatte.' Ministerpräsidentin Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz) in ihrer Eröffnungsrede zur bundesweiten 'Woche des Bürgerschaftlichen Engagements' am 10. September 2013'. sollte dieser engagementkritischen und warnenden Stimme in der Fachdebatte Gehör geschenkt werden.' Stiftungswelt 4/2013 (530)
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Details

ISBN: 9783939816188
Verlag: Nomen Verlag
Erscheinung: 17.06.2013

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