Brendon J. Cannon Cannon Konstruiert, Instrumentalisiert, Politisiert

Konstruiert, Instrumentalisiert, Politisiert

von Brendon J. Cannon

Geschichte im Fadenkreuz der armenischen Lobby

EUR 16,90

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Beschreibung

„Dieses Buch beschreibt ausführlich die Politisierung des Begriffs Genozid und seinen Missbrauch. Cannon führt Geschichte, Politik, Erinnerung und Recht zusammen und bietet eine durchdachte Analyse der Gründe und Methoden der armenischen Diaspora und anderer Gruppen für die Organisation von Ressourcen zur Unterstützung ihrer hochgradig politisierten Kampagne. Dieses Buch bietet eine ergreifende Kritik derjenigen Akteure, die versuchen gesetzgebende Macht einzusetzen, um eine offenkundig politisierte Version der Geschichte zu begründen und dabei alternative Interpretationen der Vergangenheit zu kriminalisieren. Cannon zeigt die negativen Konsequenzen dieser rückwärtsgewandten Moralisierung von Geschichte und ihre destruktiven Auswirkungen auf die freie Meinungsäußerung und Untersuchung.“ M. Hakan Yavuz, Professor für Politikwissenschaft, Universität Utah; Autor von: War and Collapse: World War I and the Ottoman State. „Dr. Brendon Cannons Konstruiert, Instrumentalisiert, Politisiert – Geschichte im Fadenkreuz der armenischen Lobby. ist keine traditionelle Erzählung der Ereignisse von 1915. Es ist eher die Geschichte der Genese zweier gegensätzlicher Narrative und ihrer Auswirkungen auf Gedächtnis und Politik in der Moderne. Cannons Werk bietet eine ausgezeichnete Erklärung dafür, warum die amerikanische Position weltweit anerkannt ist und die türkische nicht.“ Dr. Edward J. Erickson, Professor für Militärgeschichte, Marine Corps University; Autor von: Ottomans and Armenians: A Study in Counterinsurgency. „Dieses grundlegende Buch vereinigt mehrere akademische Disziplinen und Quellen und bietet eine tiefgründige Studie der armenischen Identität und ihrer Diaspora vor dem Hintergrund eines historischen Traumas. Durch die Dekonstruktion der zentralen Bedeutung der Ereignisse von 1915 für die armenische Identität kann Brendon Cannon die daraus hervorgehende Kampagne erklären. Die sachliche Analyse zeigt, dass die Kampagne wenig mit der Geschichte zu tun hat. Sie dreht sich um Politik und hat den nachteiligen Effekt, die juristischen Normen zu untergraben, auf die sie sich eigentlich stützt.“ Sevtap Demirci, Privatdozent für Geschichte, Boğaziçi University; Autor von: Strategies and Struggles: British Rhetoric and Turkish Response:the Lausanne Conference (1922-1923). „Die Ereignisse von 1915 sind zu einem Grundstein der armenischen Identität geworden. Brendon Cannon zeigt, wie sich das Trauma noch heute, 100 Jahre später, auf seine Opfer auswirkt und wie der ‚Genozid‘ – eine Wahrheit für die Armenier, der von Türken und anderen widersprochen wird – zu einer Bürde wurde, die beide ethnische Gruppen überschattet und der sie nicht zu entkommen scheinen. Das Buch handelt von Erinnerungen, Glauben, Wahrnehmungen, dem Einfluss der Diaspora auf die armenische Politik und die Bemühungen der armenischen Lobbygruppen, die Welt zu überzeugen, ihre Version der Geschichte zu akzeptieren – von einer brisanten Angelegenheit, die eher Leidenschaft als Erkenntnis erzeugt. Sie bedarf dringend der ruhigen, rationalen und umsichtigen Analyse, die Dr. Cannon in dieser genauen Studie bietet.“ Jeremy Salt, Professor für Geschichte; Autor von Imperialism, Evangelism and the Ottoman Armenians, 1878-1896 .
Eine kritische Untersuchung zur armenischen Kampagne, die aufhorchen lässt Diese tiefgreifende Studie über die Identität der Armenier entlarvt die politisch motivierten Hintergründe der Kampagne für den „Armenischen Genozid“ und weist überzeugend nach, dass diese mit den historischen Gegebenheiten wenig zu tun hat. Es wird auch auf wichtige internationale und nationale Konstellationen verwiesen, die die Kampagne stützen und sie antreiben. Es gelingt dem Autor, schlüssig nachzuweisen, dass die Kampagne den Begriff „Genozid“ willkürlich zu politischen Zwecken missbraucht, wobei sie international geltende Normen untergräbt und damit den internationalen Beziehungen sowohl der Türkei, als auch Armeniens schadet. „Konstruiert, instrumentalisiert, politisiert - Geschichte im Fadenkreuz der armenischen Lobby“ ist die erste gründliche Untersuchung über die Identität der Armenier und der armenischen Diaspora, die von der Perspektive eines historischen Traumas ausgeht. Auch wenn bereits zahlreiche Versuche unternommen wurden, die armenische Identität ausgehend von ihrer Geschichte, Sprache und /oder Religion zu definieren, gibt es bisher keine wichtige Studie, in der die Ereignisse von 1915 als zentrales Element dieser Identität herausgearbeitet wurden, einschließlich der Ausformung des „Selbst“(Self) und des „Anderen“(Other). Dieses Buch macht deutlich, warum das Streben der armenischen Kampagne nach Anerkennung der Ereignisse von 1915 als „Armenischer Genozid“, so zweifelhaft und rassistisch es auch sein mag, das einzige Band darstellt, das stark genug ist, die sprachlich, geografisch und religiös so unterschiedlichen armenischen Gemeinden der Diaspora zusammen zu halten. Unter Heranziehung vieler vergleichender Details, ergänzt durch Erkenntnisse internationaler Wissenschaftstheorien und den politischen Mechanismen der Lobbyarbeit (Nischentheorie), wird in diesem Buch die Durchschlagskraft und politische Macht des neu-imaginierten Traumas von 1915 für die Großgruppenidentität der Armenier herausgearbeitet. Diese Identität, durch Zeit und Raum von der historischen Wirklichkeit abgeschnitten, wird am Leben gehalten von den Bemühungen um ad-hoc-Legalisierungen, was einer politischen Instrumentalisierung von Geschichte gleichkommt, um die Welt von dem zu überzeugen, was die Armenier den „Armenischen Genozid“ nennen. Zum einen wird in diesem wegweisenden Buch aufgezeigt, warum jene politischen Aktionen, ebenso wie das identitätsstiftende Narrativ, das den Aktionen zugrunde liegt, aus verschiedenen Gründen bedeutsam ist. Die gefühlsbetonte Problematik, zusammen mit der Kampagne, die sich daraus entwickelte, hat Auswirkungen auf mehrere Nationalstaaten (besonders die Türkei und Armenien), wie auch, obwohl sie kein Staatsgebilde ist, auf die mächtige armenische Diaspora selbst. Zum anderen wird die Strategie der Kampagne, den Sprachgebrauch betreffend, um Ereignissen gerecht zu werden, die vor über hundert Jahren geschahen, mehr und mehr dominiert von internationalen Beziehungen zwischen der Türkei und dem Westen. Drittens, indem die Rolle aufgeschlüsselt wird, die das Trauma von 1915 für die Entwicklung- und Weiterentwicklung der Identität der armenischen Großgruppe spielt, ebenso deren Übertragung von Generation zu Generation, wird durchaus Verständnis geweckt für die Bestrebungen, Realitäten juristisch zu vereinnahmen. Tatsache ist allerdings, dass jahrhundertealte Vorurteile und Karikaturen, oft rassistisch geprägt, ohne Bezug zu heutigen Realitäten, die Kampagne mitbestimmen (der Schreckliche Türke, antimuslimische Empfindungen) und immer noch wirksam sind – nicht nur für Armenier, sondern für viele Menschen im Westen und in Russland. All das hat maßgebende Auswirkungen. In diesem Buch wird darauf hingewiesen, wie das armenische Identitätsverständnis, das der Kampagne der armenischen Diaspora für die Anerkennung des Armenischen Genozids zugrunde liegt, absichtlich die gesetzlich festgelegte Genozid-Konvention der Vereinten Nationen von 1948 unterläuft. Dies geschieht durch die willkürliche Anwendung des Begriffs „Genozid“ auf die Ereignisse von 1915. Dadurch werden geltende Definitionen und Normen missachtet und um politischer Ziele willen einer ziemlich lockeren Interpretation des Begriffs Vorschub geleistet. Auf diese Weise wird das symbolische Gewicht und die Autorität der UN-Konvention missachtet und das potentielle Vermögen der Gerichte eingeschränkt, echte Genozid-Verbrecher zu bestrafen. In zwei weiteren Kapiteln beschäftigt sich diese Publikation mit der armenischen Kampagne auf dem afrikanischen Kontinent sowie der „Genozid-Resolution“ des deutschen Bundestages vom Juni 2016.

Autor*in

Brendon J. Cannon
Brendon J. Cannon ist außerordentlicher Professor für Internationale Sicherheit an der Khalifa Universität für Wissenschaft und Technik in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. Seinen Doktortitel erhielt er 2009 an der Universität von Utah in Politikwissenschaft mit den Schwerpunkten Internationale Beziehungen und vergleichende Politik. Seine Forschungsgebiete umfassen die Türkei, Zentralasien, das moderne Europa und postkoloniale Ostafrika mit einem Fokus auf Fragen der Identitätspolitik, aufstrebende Mächte, Ressourcenmobilisierung und Terrorismus.

Themen in »Konstruiert, Instrumentalisiert, Politisiert«

Anerkennung Armenien Armenische Lobby Armenische Milizen Armenischer Aufstand Armenischer Genozid Aserbaidschan Diaspora Disput Erster Weltkrieg Genozid Kontroverse Massaker Osmanisches Reich Türkei

Stimmen zu »Konstruiert, Instrumentalisiert, Politisiert«

Details

ISBN: 9783939795919
Verlag: Manzara Verlag
Erscheinung: 15.08.2018

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