Die Grenze ist der Ort, in dem das Eine nicht mehr das Eine sein kann, aber noch nicht das Andere geworden ist. Sie ist der Ort, in dem das Eine sich selbst zur Disposition stellt und die Möglichkeit, das Andere zu werden, antizipiert.
Die Grenze ist der Ort der Differenz. Jener Ort, der die Möglichkeit des Anderen konstituiert und dadurch das Eine (re-)definiert, identifiziert. Sie ist der Schnitt, der das Diesseitige vom Jenseitigen, das Sein vom Anderssein trennt. Ohne diesen Schnitt wäre das Diesseitige nicht vom Jenseitigen, das Sein nicht vom Anderssein differenzierbar. Ohne Grenze gäbe es keine Identität.
Gabriel Helfenstein
Ausstellungskatalog Homburg/Saar ROLF VIVA Zeitgenössische Kunst galerie m beck