Unsere Gesellschaft fordert, allzeit bereit zu sein und Höchstleistungen zu erbringen. Auch in Partnerschaft und Erotik hat sich dieser Anspruch in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Doch wie sieht es wirklich in Paarbeziehungen aus? MUSS man(n) immer können und wollen? Oder trägt das überzogene Leistungsbild nicht eher zur Unzufriedenheit in Ehen und Lebensgemeinschaften bei, und dies zu Unrecht? Ein aufklärendes Sachbuch mit Fallbeispielen für mehr Zufriedenheit in Beziehungen.
Stellen Sie sich bitte mal einen Baum vor. In welcher Reihenfolge wächst er? Zuerst die Wurzeln, dann der Stamm, die Äste, die Zweige, das Blattwerk. Vielleicht ist das wissenschaftlich nicht ganz richtig, aber das ist jetzt egal. Wenn der Baum nun im Herbst seine Blätter abwirft, dann ist das natürlich und richtig. Das schadet ihm nicht. Wenn Sie jetzt aber hergehen und die Wurzeln kappen, dann ist der Baum tot.
Dieses Bild lässt sich auch auf das Leben des Menschen übertragen. Zuerst kommt Körperkontakt - erst passiv, dann aktiv, das heißt, wir müssen gestreichelt werden, später wollen wir auch selber streicheln -, dann Kuscheln, Schmusen, Küssen, Geschlechtsverkehr. Setzen wir Geschlechtsverkehr mit Blattwerk gleich, dann wird deutlich, dass es unproblematisch ist, wenn wir im Herbst unseres Lebens darauf verzichten, wenn wir quasi unser Blattwerk abwerfen
Raimar Ocken
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