Es klopft ein weiteres Mal – und die Luft wird nicht dünner. Sie wird dichter. Dichtere Luft ist derselbe Stoff wie Dünne Luft, noch einmal geschrieben: die verspielte, sprachlich weiter ausgreifende Fassung, um eine Szene und eine halbe erweitert, in den Figuren tiefer ausgearbeitet – ein Haus, ein Lesekreis, eine Leserin kann wählen, welche der beiden ihr liegt.
Im Basislager unter dem Everest ist von Anfang an eine andere Gegenwart im Raum: die Krümmerin, jene alte Frau mit Radio, Tee und Bleistift, die weniger erklärt als feststellt. Sie spricht vom Krümmungsereignis, jenem Moment, in dem ein Leben seine Richtung verliert, ohne sofort zu zerbrechen – und von der Lebenskapsel, jener verletzlichen Innenwelt, durch die jeder Mensch die Wirklichkeit wahrnimmt. So wird aus der Debatte über Menschenrechte eine radikalere Frage: Was ist der Mensch noch, wenn Schuld, Erschöpfung und Erinnerung seine Wahrnehmung längst verschoben haben? „Etwas bleibt. Wenn fast alles genommen ist, bleibt etwas. Ein Stein. Ein Klopfen. […] Aber da muss etwas sein unter den Papieren. Unter den Artikeln. Unter all dem, was wir sagen. Ein Boden."
Für Bühnen und Leser, die nach der schnellen Antwort die langsame Frage suchen.
Likeke
Unter dem Pseudonym Likeke erscheint ein Autor, der philosophische, gesellschaftliche und literarische Stoffe in eine eigenständige sprachliche Form überführt.
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