Die hier vorliegenden ersten zwei Bände einer
Familienchronik aus dem 17. Jahrhundert (4° Cod Aug
228) haben und dokumentieren eine spannungsvolle
Geschichte. Die Ilsungs von Möringen bewohnten seit
dem 8. Jahrhundert die bayerisch-schwäbische Region
des südlichen Donauraumes zwischen Augsburg und
München. Sie waren dort als Grafen von Möringen (das
heutige Mering (Schwaben)) sowohl Gastgeber von
Heinrich dem Zweiten als auch Klostergründer und
durch Heirat Verwandte des Geschlechts der Welfen.
Über historisch unbestrittene Urkunden sind
Zeugenrollen und Schenkungen für die Ilsungs von
Möringen im 11. Jahrhundert nachweisbar. Die folgende
Chronik gewinnt ihren wissenschaftlichen Wert aus der
Vergleichbarkeit der dem Autor vorliegenden
Dokumente mit den Exemplaren der mittelalterlichen
Urkunden, die über die unterzeichnende Gegenseite
oder die Beschenkten (insb. die Diplomata von Heinrich
II. und Schenkungsurkunden des Klosters Kühbach) in
die heutigen Archive gelangten. Sowohl die in der
regionalgeschichtlichen Literatur häufig abgestrittene
Vorgeschichte des späteren Augsburger Patriziergeschlechts
von Ilsung lässt sich so nachweisen, als auch
eine inhaltlichen und editorische Verbindung der Familie
von Ilsung zu dem bedeutenden mittelhochdeutschen
Epos "Der Nibelungen Not / Die Klage", konkret zum
Ms. germ. fol. 855, der in Berlin befindlichen Augsburger
bzw. Hundeshagenschen Nibelungenhandschrift.
ISBN: 978-3-938791-07-3
Ulrike Ritter
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