Nein, sonderlich spannend findet es Christine nicht, als eine Tasche in der Bücherei abgestellt wird. Erst, als sich dann niemand mehr um die Tasche kümmert, lässt unsere verträumte Bibliothekarin ihrer Neugier freien Lauf. Hatte die Besitzerin vielleicht einen Unfall und liegt nun ohne Geld und Personalien in einem Krankenhaus? Darf man in einer verwaisten Tasche herumwühlen? Als normaler Mensch gibt man diese Tasche auf dem Fundbüro ab. Als eine verträumte Person mit einer großen Portion weiblicher Neugier, riskiert man doch einen Blick und findet nichts außer dreckiger Unterwäsche und einen Brief. Doch dieser Brief hat es in sich. In diesem Brief wendet sich eine verzweifelte Mutter, die in der Psychiatrie entmündigt wurde, an die Außenwelt und bittet um Hilfe. Sie ist der festen Überzeugung, dass ihre Tochter im nahegelegenen Krankenhaus ermordet wurde und sie selbst ein Opfer der Ärzte und deren Beruhigungsmittel ist, seitdem sie hinter das Verbrechen kam.
Melanie Platz