Ein kleine Kostprobe?
. Während ich noch über die ungewöhnliche Begegnung nachsann, kam mein Hausnachbar Fred Wagner mit seiner kleinen Tochter an der Hand, die er zum Spielen auf den Spielplatz begleitet hatte, auf meine Bank zu.
„Du genießt auch die Sonne im Park?“, stellte er eher fest als dass er mich ernsthaft danach fragte.
„Ich habe eben eine höchst seltsame Erfahrung gemacht. Hast du den Mann gesehen, der eben über die Wiese ging und einige Zeit hier bei mir gesessen hatte?“
Fred schaute mich sichtlich besorgt an und schüttelte unmerklich den Kopf, und ich las in seinen Augen „Er hat wohl zu viel Sonne abbekommen“.
„Ist dir nicht gut?“, fragte er mich mit ernster Miene, „ich habe ein paar Mal zu dir hinüber geschaut, aber du hast die gesamte Zeit alleine auf der Bank gesessen …“
(aus: Der Mann mit dem sternfunkelnden Koffer)
Ich werde ein Narr bleiben, auch wenn niemand mich dabei ernst und noch weniger zur Kenntnis nimmt. Ich bin und bleibe ein Überzeugungsnarr und flehe die Götter an, den ach so beschränkten Machthabern unserer Zeit die Fähigkeit zu verleihen, in dem Spiegel, den ein Narr ihnen vor die Nase hält, die Wahrheit zu erkennen … und nichts als die Wahrheit.
(aus: Verachtet mir die Narren nicht).
Fantasievolle, witzige, prickelnde, tief- und scharfsinnige, unterhaltsame und sprachgewandte Geschichten zur Nacht - oder einfach zum reinen Vergnügen
Claus Karst
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