Von dem 2007 verstorbenen Autor Wolfgang Hilbig existiert bislang keine Biografie. Der Büchner-Preisträger war eine streitbare Persönlichkeit. Sein Bild ist vor allem geprägt vom Schlagwort des Arbeiterschriftstellers. Er war der Heizer, der nachts Weltliteratur verfasste. Erst spät löste er sich von der körperlichen Arbeit, doch der Literaturbetrieb blieb ihm immer fremd.
Karen Lohse sucht den Zugang zum Menschen Hilbig nicht über die klassische biografische Chronologie, sondern über Motive.
Anhand von Stichworten wie „Asche“, „Keller“ oder „Macht“ verfolgt sie Hilbigs Lebensweg aus der Kleinstadt Meuselwitz nach Berlin, von einem Dasein als Heizer in das Rampenlicht der deutschen Literaturlandschaft. Dieser neue, intuitive Zugang zu Hilbigs Leben und Werk wird im letzten Kapitel durch Interviews mit Hilbigs Jugendfreunden, Lebensgefährtinnen und befreundeten Autoren abgerundet.
Karen Lohse
Biografie Büchner-Preis Wolfgang Hilbig