Am Beispiel vornehmlich des herzoglichen Preußen versucht der Band, Musik und Literatur der frühen Neuzeit als eine Einheit zu sehen. Die Übersetzung des Hugenottenpsalters durch Ambrosius Lobwasser wird als wichtiges Ereignis der deutschen Literaturgeschichte vorgestellt, während das Königsberger Kirchenliedschaffen tiefer in den kirchlichen Alltag des 17. Jahrhunderts führt. Weitere Beiträge thematisieren den Bau von Streichinstrumenten, insbesondere die Arbeiten der Königsberger Brüder Tielke. Es werden ferner die Tasteninstrumentensammlung Beurmann im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe sowie ein reich bebilderter Katalog der frühneuzeitlichen 'Prussica' dieses Museums vorgestellt, ein weiterer Beitrag untersucht die Gelegenheitsmusiken des Königsberger Hofkapellmeisters Johannes Stobäus.
Zur "gelesenen Literatur" sind die drei letzten Beiträge des Bandes zu rechnen. Die Massenhaftigkeit der überlieferten Gelegenheitsgedichte von Simon Dach hat Überlegungen für deren digitale Erfassung veranlasst. Beschrieben wird das Preußenland in einigen Werken der Reiseliteratur dieser Zeit und abschließend wird aus dem Umfeld der aristotelisch beherrschten Universität Königsberg ein Anhänger des Philosophen Descartes als hervorhebenswert vorgestellt.
Bernhart Jähnig
Johannes Stobaeus Königsberg i. Pr. Literaturgeschichte Musikgeschichte Preußen