Seit dem überraschenden Durchbruch generativer KI-Modelle ist die alte Debatte um künstliche Intelligenz in aller Munde, wobei die zugehörige Diskussion oft erstaunlich undifferenziert ist; die Rede ist dann von „der“ KI und was ihr Aufkommen für „uns“ bedeutet – und selbstverständlich auch von „ihren“ (vielen) Gefahren.
Es erstaunt nicht, dass auf diesem Weg über Phrasen wie „KI ist die Zukunft“ nicht allzu weit hinauszukommen ist, hierzulande meist gepaart mit der Warnung, diese bloß nicht zu verpassen.
Ausgehend von der Beobachtung, „KI ist die Gegenwart“ versucht Merz Akademie-Dozent Jürgen Riethmüller diesem Defizit aus kulturtheoretischer Perspektive ein wenig abzuhelfen, indem er sich ganz auf die Frage der künftigen Rolle generativer KI-Modelle in den Künsten konzentriert. Hier scheinen die Stärken dieser Anwendungen erstaunlicherweise insbesondere im fiktionalen Bereich der (transmedial) „erfundenen Bilder“ zu liegen.
Jürgen Riethmüller
Jürgen Riethmüller, geb. 1967, ist Historiker, freier Publizist und lehrt seit 2000 im Bereich Kulturtheorie an der Merz Akademie Stuttgart. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten Ästhetik, Medien und Politik publizierte er bei merz&solitude u. a. »Kontrollgesellschaft außer Kontrolle« (2005) und »Die Aufgabe der Ästhetik« (2008); zu Fragen der Wissensgesellschaft erschien im Wilhelm Fink Verlag »Der Graue Schwan« (2012), sowie zuletzt »Kalkül der Scham« (2020) im Kadmos Verlag. Aktuell arbeitet er an einer größeren Abhandlung zu den Perspektiven transmedialer Fiktionstheorie.
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