Durch einen Blitzschlag aus seiner High-Tech-Plastikwelt geworfen muss Kevin sehen, dass er in einer grauenhaften Lüge lebt: GoogleZone und die Regierung nehmen ganze Stadtviertel voller Armut und Arbeitslosigkeit aus der Realität heraus. Kevin wird mit der schrecklichen Wahrheit konfrontiert, dass die Schere zwischen arm und reich noch immer existiert und schlimmer ist als je zuvor. Liebold zeichnet eine nur zu realistische Version unserer Welt in 30 Jahren in der Tradition eines Orwell und Bradbury - spannend und erschütternd zugleich und mit einer Prise Humor.
Norman Liebold
Dystopie Hartz IV Köln Zukunftsvision Überwachung
Der Mensch im Technik-Wahn: Blind verlässtman sich auf das Navi-Gerät im Auto, Kühlschränke bestellen eigenständig Lebensmittel via Internet und mehr. Schriftsteller Norman Liebold treibt dieses Thema in seinem neuen Kurzroman „Navigator“ auf die Spitze [.]. Die Novelle spielt in einer hoch technisierten Zukunftswelt und handelt von dem Jungmanager Kevin, dessen Auto vom Blitz getroffen wird, woraufhin sämtlich Elektronik ausfällt. Die Folgen sind schlimmer als erwartet: Das Gefühl von Freiheit, das ihn überkommt, als er erstmals sein Auto komplett selbst steuern muss, weicht bald der bitteren Erkenntnis, dass der Gesellschaft, in der er lebt, eine heile virtuelle Welt vorgegaukelt wird. Das Navi lenkt einfach um unangenehme Bereiche der Realität herum. Unfähig, sich an den Weg zur Arbeit zu erinnern, gerät Kevin mit seinem teuren Auto in ein Viertel von Köln, wo er die harte Realität kennenlernt. Die Botschaft ist klar: Eine übermäßige Abhängigkeit von Technik kann den Blick auf die Realität trüben. Aktuelle Themen wie die Wirtschaftskrise finden sich ebenso in diesem Buch wieder wie Gesellschaftskritik – wie in Goerge Orwells „1984“ oder Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“. (Generalanzeiger vom 02.12.2008, S. 20)
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