Endlich ist er da: Der lang ersehnte 'Roman' von Rettl Motschenbacher. Über zehn Jahre hat es gedauert, bis die Erfolgsautorin das Leben ihrer Großmutter zu Papier gebracht hat. 'Auch wenn wenig Sex drinnä vorkummt', wie die Rettl immer wieder betonte, geben die bereits bekannten Geschichten hier einen neuen Zusammenhang. Man erfährt viel aus dem Leben der Kunigunda Motschenbacher – eine Frau, die 98 Jahre alt geworden ist. Was musste sie nicht alles überstehen: Aufgewachsen als vaterloses Kind im Jahr 1863 hatte sie es bestimmt nicht leicht. Es war eine Zeit, als das Wort 'Emanzipation' noch ein Fremdwort war. Was hätte die Kuni wohl gesagt, wenn Sie gewusst hätte, dass ihre Urenkelinnen studieren? 'Wos mächd denn ihä für Zeuch?' hätte sie vermutlich ausgerufen. Trotz widriger Umstände schaffte sie es, eine gute Arbeit zu finden, fünf ihrer Kinder groß zu ziehen (ein Sohn ist bereits als 5-Jähriger gestorben), gegen den cholerischen Ehemann Simon zu bestehen und ihre Familie fast ein ganzes Jahrhundert lang zusammen zu halten. Eine Erzählung, die durch die wörtliche Rede und die fränkische Mundart so lebendig wird, dass man meint, man sei dabei gewesen beim turbulenten Leben der Großmutter Kuni!
Rettl Motschenbacher
Bamberg Bamberger Dialekt Fränkisch Kaulberg Mundart Rettl Motschenbacher Schmidt, Margarete