Das Anarchist Cookbook wird schockieren, es wird verstören und provozieren. Es stellt einen historischen Kontext für eine Ära her, in der zum Niederbrennen und Sprengen aufgerufen wird.
In den Worten des Autors:
Dieses Buch … wurde nicht für Mitglieder politischer Randgruppen wie Weathermen oder Minutemen geschrieben; diese brauchen es nicht, weil sie schon alles wissen, was drinsteht. Wenn die wahren Bürger Amerikas – die schweigende Mehrheit – überleben wollen, müssen sie sich bilden. Dazu dient dieses Buch.“
Dieser Überlebensratgeber, wie Powell es selbst nennt, enthält ausführliche Informationen zum Konsum und zur Wirkung von Drogen, angefangen bei Marihuana über Heroin bis zu Erdnüssen.
Darin finden sich detaillierte Anleitungen für elektronische Geräte, Sabotageakte und Überwachungsmaßnahmen sowie Auskünfte über alles von Abhörung bis zu Verschlüsselung.
Ein umfangreiches Kapitel behandelt natürliche, nicht tödliche und tödliche Waffen, angefangen bei Viehtreibern über Maschinengewehre bis zu Pfeil und Bogen. Die Sektion zu Sprengstoffen und Sprengfallen reicht von TNT bis zu Trillerpfeifenbomben.
111 Abbildungen begleiten die Anleitungen.
„Dies ist ein Buch für Anarchisten“, so der Autor weiter. „Diejenigen, die sich zur Selbstdisziplin imstande sehen – bezüglich aller Themen (von Drogen über Waffen bis zu Sprengstoffen), die derzeit in diesem Land illegal sind und verdrängt werden.“
Techniken, Fachkenntnisse, Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen durchdringen ein Buch, bei dem es sich wahrscheinlich um den beunruhigendsten Ratgeber der Gegenwart handelt.
Warnung
Wer das Anarchist Cookbook liest, sollte bedenken, dass die enthaltenen Themen gegen das Gesetz sind und eine Bedrohung darstellen. Außerdem und noch wichtiger: Fast alle „Rezepte“ sind vor allem für den Einzelnen gefährlich, der damit experimentiert, ohne zu wissen, was er tut. Seid achtsam und vorsichtig, benutzt euren gesunden Menschenverstand. Dieses Buch ist nichts für Kinder oder Idioten.
William Powell
Es gibt Bücher, die werden viel zitiert, "genießen" Kultstatus, gelten notorisch als gefährlich und werden verdammt – aber kaum einer hat sie je gelesen. Dazu zählt mit Sicherheit das geradezu legendäre "Anarchist Cookbook" des Amerikaners William Powell. Auf jeden Fall gilt der Satz: Versucht das nicht zuhause, Kinder!
Die als Reaktion auf den Vietnamkrieg entstandene Sammlung von Texten enthält unter anderem Drogeninformationen, Anleitungen für die Herstellung von Sprengstoffen, Hinweise zur Umgehung von staatlicher Überwachung sowie viele andere kontroversen Themen – auf dem Stand der frühen Siebziger.
Der Index Verlag macht dieses Zeitdokument nun auch in deutscher Sprache zugänglich.
Es brodelt im Amerika der späten Sechziger. Die Supermacht USA war in der Mitte des Jahrzehnts in den Vietnamkrieg eingestiegen, an den Universitäten knüppelte die Polizei studentischen Protest nieder, die Bürgerrechtsbewegung formierte sich, während obendrein eine Drogenwelle zu rollen begann.
In der aufgeheizten Lage des Jahres 1969 trug der damals 20-jährige Student William Powell aus allerlei Handbüchern in öffentlichen Bibliotheken sein "Anarchist Cookbook" zusammen. Powell lieferte in dem von ihm so genannten "Überlebensratgeber", den er auch explizit als "Buch für Anarchisten" bezeichnete, unter anderem Informationen über Drogen, Waffen, Sprengstoffe und Überwachungsmaßnahmen – und das alles auf dem Stand und in der Sprache der damaligen Zeit.
Powell war offenbar klar, dass seine provozierenden Texte auch missbräuchlich verwendet werden könnten. Er schrieb daher vorbeugend: "Dieses Buch ist nichts für Kinder oder Idioten". Erschwerend kommt hinzu, dass viele seiner Rezepturen fehlerhaft oder sogar gefährlich in der Herstellung sind, weshalb von einer Nachahmung dringend abzuraten ist. Für Möchtegern-Straftäter ist "Anarchist Cookbook" nicht geeignet.
Alle bekannten Mängel in den Rezepturen konnten jedoch nicht verhindern, dass "Anarchist Cookbook" ein reges Eigenleben entwickelte und sich auch im Internet auf zahlreichen Seiten fest etabliert hat. Der im Jahr 2016 verstorbene Autor hatte sich 9 Jahre zuvor von seinem Werk distanziert, seine Rechte an dem Buch jedoch zuvor verkauft, weshalb es sich nach wie vor auch in den USA im Druck befindet.
Was heute von "Anarchist Cookbook" bleibt, ist ein ebenso faszinierender wie oft schockierender Einblick in eine Epoche der gesellschaftlichen Unruhe und steigender Gewaltbereitschaft, die durchaus auch aktuelle Bezüge kennt. Dabei bitte immer dran denken: Dieses Buch ist nichts für Kinder oder Idioten!
William Powell
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