Haute-Couture aus den 1940ern bis ins Jahr 1990 so weit das Auge reicht, von Hand auf den schlanken Körper von Eva Margarita Hatschek geschneidert: Ein Traum? Ästhetisches Vermächtnis? Spleenige Obsession? Oder modisch-textiles Zeitzeugnis, dessen symbolische Fäden so vielfältig verwoben sind wie die von Stickereien, Seidenmousselin & Co?
Heute wäre die Biografie von „Evita“ die eines It-Girls, dessen „Follower“ sich von der virtuosen Inszenierung avantgardistischer Garderobe inspirieren lassen. Nur konsequent, werden die Facetten ihrer textilen Leidenschaft, die so schillernd sind wie die zahllosen verarbeiteten Pailletten, in einem imaginären Modeblog zum Leuchten gebracht.
Im Spiegel gegenwärtiger Entwicklungen in der Mode und durch die Mode wird deutlich, dass „Evitas“ Looks weit über die individuelle Biografie hinaus von gesellschaftlichem Wandel, Textilinnovationen und Schneiderkunst erzählen. Sie sprechen Bände über Frauenrollen und das Verständnis von Schönheit, Designer und den „Stoff“, aus dem Trends entstehen.
Monika Kritzmöller
PD Dr. Monika Kritzmöller (geb. 1968) studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
an der Universität Augsburg und promovierte in der Wirtschaftspsychologie
an der Universität Eichstätt. Mit einem Kooperationsprojekt aus Wirtschaft
und Wissenschaft habilitierte sie sich 2004 an der Universität St. Gallen, wo sie
als Privatdozentin Soziologie unterrichtet. Ob Körper und Ernährung, Mode und
Textil, Wohnen und (Sich-)Einrichten: In ihrem Forschungs- und Beratungsinstitut
«Trends + Positionen» untersucht sie aus sozialwissenschaftlichem Blickwinkel
Phänomene von Alltagskultur, Lebensstil und Trends. Ihre Forschungsergebnisse
bringt sie zur Anwendung in Unternehmenspraxis, beraterischer Begleitung von
Institutionen sowie Analysen von Kunst und Kultur.
www.kritzmoeller.ch