Computerspiele bestimmen die Lage auf Millionen privater Bildschirme. Seit einem Vierteljahrhundert sind sie keine Angelegenheit von Labors, Militärberatern oder Subkulturen mehr, sondern erzeugen und erhalten populäre Medienverbünde, deren Umsätze diejenigen Hollywoods in den Schatten stellen. Pädagogen zeigen sich allerorts besorgt, die Kulturwissenschaften allmählich interessiert, und es gibt die ersten Computerspiel-Museen. Doch niemand hat bisher die einfachste aller Fragen gestellt: Warum gibt es Computerspiele? Denn Computerspiele (wie wir sie kennen) kamen unbestellt und sind schon darum alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Was jedoch ist das für ein merkwürdiges Datum und wo ist der Ort, an dem völlig heterogene Gerätschaften, Körper und Symboliken (lange vorbereitet und dennoch plötzlich) zu einem Spiel gänzlich neuer Art zusammenfinden? Was für ein Wissen ist es, das Techniken, Institutionen und Maschinen durchquert und sich zu bestimmen anschickt, was die Spiele des Menschen heute sind?
Claus Pias
Claus Pias ist Professor für Mediengeschichte und Medientheorie an der Leuphana Universität Lüneburg. Zuvor lehrte er in Weimar, Bochum, Essen und Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind Technikgeschichte und Medientheorie.
Computer Computerspiele Digitale Medien Game Studies Medienwissenschaft Spieltheorie
»Seite für Seite verwandelt Pias sein Staunen in Wissen und sein Wissen in ein mentalitätsgeschichtliches Panorama.« Alexander Kissler, Süddeutsche Zeitung
»Pias’ Archäologie des Computerspiels ist nicht nur ein Streifzug durch die ungezählten Dinge, Apparate, Ensembles, die gebastelt, konstruiert und eingerichtet wurden. Sie ist zugleich und darüber hinaus auch eine epistemologische Rekonstruktion des Spielens von, an und mit Computern, die sich nicht mehr auf die Freiheit eines Subjekts zu ›seinem‹ Spiel verlässt.« dichtung digital. Beiträge zur Ästhetik digitaler Literatur und Kunst
»Das Buch von Claus Pias beschränkt sich nicht auf eine simple, spieleimmanente Fortschrittsgeschichte. Im Gegenteil, es berührt verschiedenste philosophische und kulturanthropologische Aspekte.« Justin Hoffmann, Kunstforum