Im Zuge der asiatischen Finanzkrise hat die Rolle des Finanzsystems in Entwicklungsländern neue Diskussionen hervorgerufen. Während die Befürworter der Liberalisierung des Finanzsektors gerade in Asien das Finanzsystem als Auslöser einer positiven Wachstumsdynamik sahen, fühlen sich heute kritische Stimmen bestätigt, die der Liberalisierung sowie der Einschätzung der wachstumsfördernden Wirkungen eher skeptisch gegenüberstehen.
Den Kern der Debatte bilden letzlich die Zusammenhänge zwischen der Realwirtschaft und dem Finanzsektor. Neben den theoretischen Grundlagen analysiert dieser Band die Wechselwirkungen zwischen realwirtschaftlichem und monetärem Sektor für bedeutende emerging markets Asiens und Lateinamerikas. Während die Untersuchung vor allem die längerfristigen Independenzen behandelt und hier die positiven Impulse des Finanzsystems bestätigt, trägt der gewählte empirische Ansatz auch zum Verständnis der Rolle des Finanzsektors als eines Auslösers von temporären Krisen bei. Die Ergebnisse der empirischen Analyse werden vor dem Hintergrund der Asienkrise diskutiert.
Matthias Umlauf
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