Jōtarō Wakamatsu Wakamatsu Der subversive Augapfel

Der subversive Augapfel

von Jōtarō Wakamatsu

Ausgewählte Gedichte

EUR 20,00

Buch in deiner Nähe kaufen


...oder deine aktuelle Postleitzahl eingeben:
oder

Beschreibung

»Ich denke, in mir war das Bedürfnis, mich auszudrücken. Ich habe Verschiedenes ausprobiert, aber ich hatte das Gefühl, dass Literatur oder Tanka irgendwie nicht zu mir passte. Bei der Lyrik hingegen hatte ich den Eindruck, dass ich darin freier schreiben kann, so wie ich es will. Ich habe mit moderner Lyrik angefangen, Shimazaki Toson zum Beispiel ist berühmt, aber ich dachte: »Das ist keine Lyrik für mich«. Ich habe nicht viel sogenannte moderne Lyrik gelesen. Kusano Shimpei hat während des Krieges schreckliche Gedichte geschrieben. Das Gleiche gilt für Miyoshi Tatsuji und andere; ich traue Leuten nicht, die während des Krieges Gedichte geschrieben haben, die der nationalen Politik entsprachen. Ich habe das Gefühl, dass man mich in meiner Kindheit über den Krieg belogen hat. Aus dem Wunsch heraus, nie wieder belogen zu werden, habe ich das Bedürfnis, diese Dinge für mich klar und konsequent aufzuarbeiten. Ich lernte zuerst Mitsuharu Kaneko kennen und las dann Shigeharu Nakano und Hideo Oguma. Die anderen Leute, die schon vor dem Krieg geschrieben hatten, überzeugten mich nicht. Auch in diesem Sinne bin ich ein Nachkriegsdichter.« (Jōtarō Wakamatsu, aus einem Interview mit dem Übersetzer Abdurrahman Gülbeyaz)

Autor*in

Jōtarō Wakamatsu
Jōtarō Wakamatsu (1935-2021) war ein japanischer Dichter und Essayist aus der nordöstlichen Region Tōhoku, dessen Werk aus den Erfahrungen des Krieges, der sozialen Ausgrenzung und der Umweltkatastrophen seiner Heimat hervorging. Seit seinem Debüt Der Nachtwald (1961) entwickelte er eine Lyrik zwischen leiser Intimität und zorniger Anklage, in der sich persönliche Erinnerung mit kollektiver Geschichte, Liebe mit Trauma, Natur mit Gewalt verbindet. Früh kritisierte er die Atompolitik Japans, reiste 1994 nach Tschernobyl und warnte in Gedichten und Essays vor einem GAU in Fukushima – eine literarische Prophetie, die 2011 tragische Realität wurde. Werke wie Der grenzüberschreitende Nebel, Aufstand der unterjochten Nordbarbaren und das Gedicht »Die von Göttern fortgezauberte Stadt« thematisieren Kolonialgeschichte, Diskriminierung, Entwurzelung und das Schweigen nach der Katastrophe. Seine Lyrik ist eine poetische Form des Widerstands: gegen staatliche Gewalt, gegen das Vergessen, gegen die Sprachlosigkeit angesichts des Unsagbaren. Sie gibt jenen eine Stimme, die nicht gehört werden – und tut dies mit ethischer Klarheit, poetischer Kraft und unverbrüchlichem Vertrauen in das Wort.

Themen in »Der subversive Augapfel«

Japan Wahrnehmung Kritik

Stimmen zu »Der subversive Augapfel«

Details

ISBN: 9783933847096
Verlag: Verlag Auf dem Ruffel
Erscheinung: 19.01.2026

Link teilen


Über buchnah.de | Die Buchhandlungen | Die Verlage | Impressum & Kontakt | Datenschutz | Presse


Auf dieser Seite kannst Du Buchhandlungen in der Nähe finden