"Ein Berg gekochter Muscheln auf dem Tisch, davor ausharrend Mutter, Tochter und Sohn, wie hypnotisiert vom Schatten des Abwesenden: Der Vater wird von einer Dienstreise zurückerwartet, die 'der letzte Meilenstein auf dem Weg zur Beförderung' sein soll. (...) Erst am Ende, als die Mutter sich abrupt zu ihrer Bewunderung für Medea, die Kindstöterin der antiken Mythologie bekennt, fällt Licht in die Kerker der Harmonierituale: 'Wir habe es meiner Mutter aber nicht übel genommen, daß sie uns alle vergiften wollte, sondern haben uns nur gefreut, daß das Versöhnliche, worunter wir sehr gelitten hatten, endlich einmal verschwunden war'" Der Spiegel
Birgit Vanderbeke erhielt 1990 für ‘Das Muschelessen’ den Ingeborg-Bachmann-Preis.
Birgit Vanderbeke