Für ein ganzes Jahr von zu Hause wegzugehen, alles hinter sich zu lassen, aber damit auch zu verlassen. Den gewohnten Rhythmus durchbrechen, dem Alltag entfliehen. Sich auf Neues einlassen, Neues sehen, sich selbst spüren. Wer hat davon nicht schon einmal geträumt?
So geht es auch der Ich-Erzählerin, Nora. Natürlich ist da die Angst, was kommen mag. So einfach geht man nicht weg. Ganz klar. Sie tut es dennoch. Plant gut, sorgt für finanzielle Unabhängigkeit und mit den zurückgelassenen Kilometern wächst die Freude an der neugewonnenen Freiheit. Unaufhaltsam.
Und so erzählt dieses Buch vom Reisen in mancherlei Hinsicht: weg von dem Alltag einer erfolgreichen, gut situierten Frau um die Fünfzig, hin zu fernen Ländern, auf einsame Routen, zu anderen fremden Menschen – um schliesslich wieder bei sich selbst anzukommen. Nun aber auf ganz neue Weise, an einem bislang unbekannten inneren Ort. Es erzählt von der Metaphorik des Reisens als Lebens- und Lernprozess und schlussendlich geht es auch um eine authentische moderne Liebesgeschichte.
All diese Ingredenzien hat die Autorin zu einem dichten, reizvollen Lesestoff verwoben.
Dora Jung