Mit ihren ortsspezifischen Interventionen greift die Künstlerin Karin Sander in die Strukturen von Räumen und Institutionen ein, verändert sie, kontextualisiert sie neu und lädt zu ihrer partizipatorischen Aneignung ein. In dieser monografisch angelegten Publikation verfährt die Künstlerin ebenso mit der ARCH+ und entwickelt einen Zusammenhang zwischen
den Heftseiten und der Wand als konstitutivem künstlerischem und raumbildendem Element. Hierbei spielt Karin Sanders Werkgruppe „kitchen pieces“ (ab 2012) eine zentrale Rolle und wird in diesem Zusammenhang erstmalig umfangreich publiziert. Daneben reflektiert die Monografie ihren gemeinsam mit Philip Ursprung konzipierten Beitrag „Neighbours“ für den Schweizer Pavillon auf der Architekturbiennale in Venedig 2023, der die trennende Mauer zum Nachbarpavillon buchstäblich auflöste. Als Ausblick fragt die Publikation nach dem Statuswandel der Wand, die sich in der 3D-Scan-basierten Arbeitsweise und Forschung der Künstlerin und ihres Lehrstuhls an der ETH Zürich in Daten verwandelt.
Anh-Linh Ngo
Anh-Linh Ngo
(* 1974) ist Architekturtheoretiker, Kurator und Mitherausgeber von ARCH+. Er kuratiert mit ARCH+ regelmäßig Ausstellungs- und Forschungsprojekte wie projekt bauhaus (2015–2019), Cohabitation (2021) und The Great Repair (2023 / 24). Von 2010 bis 2016 war er Mitglied des Kunstbeirats des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), für das er die Tourneeausstellungen An Atlas of Commoning (2018) und Post-Oil City (2009) entwickelte und co-kuratierte. Er ist aktuell Mitglied des Kuratoriums der IBA 2027 StadtRegion Stuttgart und der Akademie Schloss Solitude sowie Beiratsmitglied des Goethe-Instituts. Seit 2022 ist er Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Er war Co-Kurator des Deutschen Pavillons auf der 18. Architekturbiennale in Venedig 2023.
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